Discokugel in der Trauerweide über der Spree - Amüsemong mit Mademoiselle Papillon in der Bar 25

Kleinkunst – Bar – Sommer

 

Discokugel in der Trauerweide über der Spree

Amüsemong mit Mademoiselle Papillon in der Bar 25

 

Berlin lebt bei Tagestemperaturen deutlich über 30° C zur Zeit nachts erst richtig auf. Die Bar 25 direkt an der Spree mit Disco, Club, Restaurant, Bar und Spa sowie ihrem Circus ist der perfekte Ort, nachts aufzuleben. Spätestens ab 23:00 Uhr stehen die Leute Schlange, um in die alternativ-piratenschicke Bar zu kommen.

Über dem Holzzaun hängt am Holzmarkt 25 zwischen den S-Bahnstationen Janowitzbrücke und Ostbahnhof Piratenwäsche auf der Leine. Lotta trägt den Hühnchenknochen im Ohrloch und sorgt dafür, dass in der Bar die richtige Mischung Publikum zusammenfindet. Lotta und ihre Kollegin sind da piratig knallhart. Mit rauer Stimme und Schlagfertigkeit sorgen sie dafür, dass die Gäste wegen Überfüllung nicht in die Spree fallen.

Locker soll es sein. Die Discokugel hängt unvergleichlich in der Trauerweide über der Spree und darunter sitzen die Liebenden händchenhaltend. Striktes Fotografierverbot soll dafür sorgen, dass dem Ort das Piratengeheimnis nicht genommen wird. Am anderen Ufer huscht in einem Loftfenster eine schlanke Gestalt vorbei. Auch dort am Ufer Lampions. Berlin feiert Sommernächte.  

Den Circus schmücken Piratenköpfe. Ein monumentaler Affe mit einer Ziehharmonika und einem kleinen Vögelchen prangt an der Wand über Sofas vom Sperrmüll, der heute Wertmüll heißt. Der Circus ist eine Art Lounge mit Bühne. Chilloutzone für die erschöpften Tänzer und Strandgäste. 

Samstagnacht wurde das Nachtleben bereichert um Amüsemong von Ria Grün und Ultraviolett. Ein Höhepunkt des Programms war Mademoiselle Papillon. Amüsemong nennt sich ein „fabulöses Kulturprogramm“ und entpuppt sich als Kleinkunst de lüx. Ria Grün und Ultraviolett boten ab 23:00 Uhr den Sound zum Wohlfühlen und zur Party mit einem sehr breiten Musikspektrum von Jazz über Charleston bis Disco.

Es macht Spass, Ria Grün und Ultraviolett beim dialogischen Abmischen und Zusammenstellen des Sounds zuzuhören und zuzuschauen. Zwischen i-Book, Mischpult und Venylscheibe wird ein höchst abwechslungsreicher, nie langweiliger Sound gezaubert. Die beiden sind spielerische Überzeugungstäterinnen. Mal bringt ein hochgesteuerter Hall neue Höreindrücke. Mal ist es allein der Wechsel des Stils. Ria Grün und Ultraviolett machen den DJ zur Kleinkunst.

Große Kleinkunst ist das Amüsemong. Mademoiselle Papillon mit ihrem Programm in 40min. einmal musikalisch um die Weltkugel ist ein Schmetterlingswunder: Nachtfalter, Glühwürmchen, Prachtmotte, Kleiner Fuchs und Großer Feuerfalter in einem. Der Schmetterling reist per Akkordeon und Gesang über die Philippinen, Kambodscha und Polen nach Kroatien und Israel ebenso wie nach Südafrika.

Annika Krump zaubert mit dem Akkordeon immer wieder neue Facetten in ihre Programme. Ob als die singende Tellermiene Palma Kunkel, als Handtaschenträgerin oder als Mademoiselle Papillon versteht Krump die große Kunst des kleinen Chansons. Sie ist in ihren Programmen charmant und intelligent, hintergründig und messerscharf satirisch. Die leichte Muse wird zum schneidenden Kabarett. Mitgeklatscht und mitgesungen darf werden, doch der Hintersinn ist nicht weit.


Mademoiselle Papillon beherrscht die Kunst, „La Paloma“ auf Filipino zu singen, denn das Lied von der Möwe hat sich weltweit verbreitet. Sie ist eine Künstlerin der musikalischen Verwandlung und beherrscht ebenso Kambodschanisch in deutscher Sprache für das Khmer-Lied "O Mangbaum" der bereits um 1971/72 gegründeten Gruppe Bayon. Das Publikum in Sommerkleidern, Badeshorts und trendigem Unterhemd spendete viel Beifall.

 

http://www.youtube.com/v/bWe5cdgryK0&amp

 

Annika Krump tritt als Mademoiselle Papillon mit ihrem Akkordeon auf oder sie singt als Palma Kunkel Morgensterns Galgenlieder - zum Fuchsschwanz - Singenden Säge - und zur Ätherwellengeige - Theremin. Die Wandlungsfähigkeit, ihr Witz und ihre Originalität machen sie zu einer gefragten Kleinkünstlerin, die Großes zu bieten hat.


Ende August bis Ende Oktober tritt sie im Friedrichsbau Varieté in Stuttgart in einer Internationalen Varieté-Show auf. 

 

Torsten Flüh