Der Liberalismus und das Gefühl der Erniedrigung - Zu Pankaj Mishras Mosse-Lecture und seinem Buch Das Zeitalter des Zorns

Handeln – Liberalismus – Marginalisierung 

 

Der Liberalismus und das Gefühl der Erniedrigung 

Zu Pankaj Mishras Mosse-Lecture und seinem Sachbuch Das Zeitalter des Zorns - Eine Geschichte der Gegenwart 

 

Am 22. Juni, dem Auslieferungstag von Pankaj Mishras „Geschichte der Gegenwart“ Das Zeitalter des Zorns, hielt der Schriftsteller seine Mosse-Lecture zur Kritik des Liberalismus in einem Hörsaal der Humboldt-Universität. Binnen kurzer Zeit erstürmte das Buch Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste[1] in der Kategorie Sachbuch. Zwischenzeitlich liegt es auf Platz 9 nach Heilen mit der Kraft der Natur von Prof. Dr. Andreas Michalsen (1) und Wunder wirken Wunder von Dr. med. Eckart von Hirschhausen (3) etc. Der Sachbuchdiskurs dreht sich demzufolge um ein gutes, gesundes, von Wissen, gar Bildung – Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur von Andrea Wulf, Platz 6 – gesättigtes Leben.

 

Pankaj Mishra hält gegen das Fortschrittsversprechen von Bildung, Wissen wie Wissenschaft und analysiert das emotionale Unbehagen im Liberalismus. Er hatte seinen Vortrag als Frage formuliert: What liberalism? Anglo-America and the rest. Ethel Matal merkte in ihrer Einführung sinnigerweise an, dass es der 250. Geburtstag von Wilhelm von Humboldt als Gründer der Berliner als „Mutter der modernen Universität“ sei und ein Festakt im Senatssaal stattfinde. Die fortschrittliche und vorbildliche Gründung der Berliner Universität durch Humboldt findet bei Pankaj Mishra zwar keine ausdrückliche Berücksichtigung, doch in seinem Vortrag würdigte er entschieden die Arbeit von George L. Mosse zum Bild der Männlichkeit als Jude und Homosexueller.  

 

In Das Zeitalter des Zorns, das zwar ein Sachbuch, doch nicht so sehr eine wissenschaftliche Studie ist, lassen sich durchaus Spuren von Mishras Mosse-Lektüre lesen. Insbesondere dann, wenn er neben England und „Anglo-America“ im Kontrast über Deutschland schreibt. Mishras Deutschland-Bild trägt die kaum nachweisbaren, doch spürbaren Züge der Analysen von George L. Mosse zur Kultur und Bildung in Deutschland vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Er interessiert sich wie Mosse in den 1990er Jahren für die „jungen Männer“ in Deutschland, die „sich angesichts der in Westeuropa entstehenden, weltgewandten, sozialen und ökonomischen Ordnung mit ihrem aggressiven Rationalismus und Individualismus marginalisiert“ fühlten.[2]

 

Das Gefühl der Marginalisierung durch den angloamerikanischen Liberalismus führt nach Mishra in Deutschland zu einer „elaborierte(n) Theorie kollektiver Identität und nativistischen Heils“.[3] In seiner ökonomisch formulierten Freiheit zum Handel wie Handeln nach dem Vorbild des Kaufmanns zwingt der Liberalismus das Subjekt seit dem 18. Jahrhundert geradezu „alternativlos“, wie es Ethel Matal in ihrer Einführung Angela Merkel zitierend sagte, zum Handeln. Wer nicht handelt, gerät ins Abseits. Insofern generiert der Liberalismus einen Zwang zum Handeln, wie er sich bereits in Descartes‘ Formulierung cogito ergo sum – „Ich denke, also bin ich“ – ankündigt. Was als operationelle Bestätigung des Ichs gedacht war, verwandelt sich zugleich in einen Zwang zum Denken als Handlung und bewirkt eine Marginalisierung insbesondere all der jungen Männer, die sich der Handlungslogik nicht unterwerfen können.

 

Der Reiz an Pankaj Mishras Age of Anger. A History of Present, das Anfang des Jahres bei Allen Lane/Penguin Random House in London im Original erschienen war, liegt in seiner entschiedenen Kritik des angloamerikanischen Liberalismus in der Prägung durch Adam Smith und dessen vielfältige Verstrebungen nicht allein in der „Gegenwart“, sondern in seiner gegenwärtigen Geschichtlichkeit. Das Zeitalter des Zorns, ließe sich sagen, hat nicht erst im 21. Jahrhundert begonnen. Vielmehr ist es mit Voltaire als einzigartigem Akteur der Aufklärung und des Liberalismus nach dem in England zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelten Narrativ in das europäisch-amerikanische Denken eingeschrieben und von Rousseau erstmals formuliert worden. 

Den kosmopolitischen Idealen des Kommerzes, des Luxus und der großstädtischen Urbanität setzten die Rousseau lesenden Deutschen die »Kultur« entgegen… Denn Kultur vereine die Heranbildung und Erziehung der individuellen Seele (Bildung) mit dem Wachstum der nationalen Kultur.[4]

 

Der Liberalismus als Zwang zur Freiheit des Handelns hat immerschon Marginalisierungsgefühle und Aggressionen, Zorn in der Moderne entfacht. Das Englische anger ist heute ein fast vollständig psychologisierter Begriff, was nicht immer so war. Etymologisch weist er insofern eine Besonderheit auf, als er nicht aus einem griechisch-lateinischen Kontext, sondern seit 1913 bei Webster vom Isländisch angr bzw. Dänisch anger und Schwedisch ånger abgeleitet wird. Er kommt bereits bei Francis Bacon an der Schwelle zum 17. Jahrhundert in Gebrauch und bezieht sich auf einen Vorgang „to make painful; to cause to smart; to inflame“.[5] Dies ist insofern bemerkenswert als Noah Websters American Dictionary of the Englisch Language 1828 anger noch vom Lateinischen ango (Lamm) bzw. angor et ango (ich würge und werde gewürgt) ableitete.[6] 

 

Mishras Liberalismus-Kritik speist sich aus dem Paradox, dass er in „einer halb ländlichen Region Indiens aufgewachsen“ und seine Karriere als Sachbuchautor nur durch die Komponenten des Liberalismus wie Bildung, Handeln, Wissen und Wissenschaft möglich geworden ist. Insofern lässt sich sagen, dass er seinen Erfolg durchaus einem angloamerikanischen Liberalismus zu verdanken hat, den er als Ursache für den islamistischen Terrorismus kritisiert. Doch sein literarisch-wissenschaftliches Anliegen geht ein Stück weiter. Es geht ihm um eine Art Innenansicht der konstruktionsbedingten Paradoxien des Liberalismus, die er an sich selbst erfahren hat. 

… Ich bin in einer halb ländlichen Region Indiens aufgewachsen, mit Eltern, deren eigenes Empfinden entscheidend von ihrer Erziehung in einer vormodernen Welt der Mythen, der Religion und überkommener Bräuche geprägt war. Aus meiner eigenen Kenntnis dieser Lebenswelt kann ich die Brüche im Erleben und in der historischen Kontinuität, den emotionalen und psychologischen Orientierungsverlust und die für Nerven und Empfinden aufreibenden Erfahrungen bezeugen, die den Übergang in die Moderne für die meisten Menschen so mühsam gestalten.[7]

 

Die Innenansicht des Liberalismus mit seinen Paradoxien liefert keine einfachen Antworten, wenn überhaupt. Und es geht auch nicht um eine Abschaffung des Liberalismus nach Art eines Manifests. Das Zeitalter des Zorns ist k/ein Manifest, obwohl oder gerade weil die Manifest-Literatur von aggressiven jungen Männern geschrieben wurde[8] und wie mit Jonathan Meeses Diktatur der Kunst wird.[9] Manifeste haben immer einen widersprüchlich destruktiven wie fundamentalen Duktus und Anspruch. Insofern die Manifest-Literatur der Moderne sich auf das Kommunistische Manifest von 1848 als Vorlage beruft, positioniert sie sich gegen den Liberalismus und seinen Kapitalismus seit dem jungen Marx und Engels.[10] Manifestartige Schriften formulieren das Fühlen und Denken insbesondere geschlechtsspezifisch junger Männer eines islamischen Fundamentalismus. Deshalb „beschreibt (Mishra) in erster Linie ein Muster mentalen und emotionalen Verhaltens“.[11]

 

Warum hat Pankaj Mishra als Wirtschaftswissenschaftler und Anglist kein Wissenschaftsbuch geschrieben? Das Zeitalter des Zorns entfaltet sich in einer gewissen, literarischen Elastizität mit seinen Formulierungen, zeitlichen Bögen und leicht frivolen Analogien. –„Diderot pries den kosmopolitischen Intellektuellen als gewandten Weltmann, ja als Vorläufer James Bonds mit seiner Vorliebe für Flirts und üppige Spesen.” (S. 103) – Das Zeitalter setzt mit dem Abschnitt „Frühaufsteher der Moderne: Parvenüs der Aufklärung“[12] selbst bei der Wissenschaft und ihrer Formulierung als Fortschrittversprechen an, das sich mit dem Liberalismus herausbildet. Wissenschaft soll Ereignisse in der Zukunft berechenbar machen, damit der Fortschritt abgesichert werden kann. Die politische Ökonomie wird so zum Narrativ für die Wissenschaft. Sie soll durch die Analyse Vorhersagen ermöglichen, um den Fortschritt in einer ökonomisch strukturierten (Welt-)Gesellschaft zu gewährleisten. Wissenschaft wird durch Evaluierungen an den Universitäten heute international vollständig auf einen gesellschaftlichen Nutzen ausgerichtet.

 

Das ebenso internationale wie nationale und liberale Modell von Wissenschaft, das Mishra mit seinem Buch anschreibt, drängt gleich Humboldts Konzept der Universität in der Frage des Zorns auf effiziente Maßnahmen zur Sicherheit des Staates und seiner Bürger. Pankaj Mishra legt mit seiner „Geschichte der Gegenwart“ offen, in welchen Paradoxien die Gegenwart von Wissenschaft und Zorn konstruiert wurde. Die Gegenwart wird vom politisch, ökonomischen Diskurs strukturiert, der allerdings mit dem Versagen des Marktes in der Finanzkrise ad absurdum geführt wurde, wie Josef Vogl 2010 in Das Gespenst des Kapitals analysiert hat.[13] Mishra kritisiert die Konstruktion von Wissenschaft als Machtinstrument. 

Die Wissenschaft sollte bei der Eroberung der Natur und der Überwindung sozialer Missstände helfen. Die neue Religion des weltlichen Fortschritts fand Unterstützung in dem raschen und nachhaltigen Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, das Westeuropa und insbesondere Frankreich im 18. Jahrhundert verzeichneten.[14]

 

Die Liberalismus-Kritik schließt eine des Kolonialismus in seiner Herkunft aus einer „ständig expandierenden kapitalistischen Bourgeoisie Großbritanniens“ mit ein.[15] Doch die Kolonialisierung des „Rests der Weltbevölkerung“ geschieht nicht nur mit Kanonenbooten und Opiumkrieg etc. Vielmehr wird mit dem Versprechen einer Freiheit durch Bildung ein Begehren der „Intellektuelle(n) in Kairo, Kalkutta, Tokio und Shanghai“ geweckt, die englischen Schlüsselautoren Jeremy Bentham, Adam Smith, Thomas Paine, Herbert Spencer und John Stuart Mill zu lesen, „um mehr über die Geheimnisse der Selbstverbesserung zu erfahren“. Die Kolonialisierung findet, obwohl er den Begriff nicht nutzt, nach Mishra durch den Wissenserwerb im Lesen statt. 

Eine kleine Minderheit von Westeuropäern war zu Trägern und Förderern einer Kultur geworden, die den Rest der Weltbevölkerung vor gewaltige moralische, spirituelle und politische Herausforderungen stellte.[16]

 

Mishras Sachbuch positioniert sich an einer Schnittstelle von Wirtschaftswissenschaft und Belletristik bzw. Reiseliteratur, wenn er beispielsweise ausführlich Dostojewskis Kurzgeschichte Winterliche Aufzeichnungen über sommerliche Eindrücke (1863) über den Besuch des „Kristallpalasts“ auf der Weltausstellung 1862 in London als Kritik am kolonisierenden englischen Liberalismus liest. Mit der Geste des Reiseschriftstellers – „Sie erkennen“, „Sie schauen“, „Sie fühlen“, „Sie spüren“[17] – spricht Dostojewski seine Leser_innen im „Kristallpalast“ an. Es ist jene moderne, literarische Geste des adressierenden Wissens von der Stadt, mit der Heinrich Heine seine Leser_innen der Briefe aus Berlin Ende Januar bis Mitte Februar 1822 im Kunst- und Wissenschaftsblatt des Rheinischen Anzeigers angesprochen hatte.[18] Indem Dostojewski sich mit der Großschreibung gleich einem Brief an die Leser_innen adressiert, macht er sie zu Komplizen seiner Gefühle und seines Wissens. 

Sie spüren, dass es einer Fülle ewiger geistiger Gegenwehr und Ablehnung bedarf, um diesem Eindruck standzuhalten, sich nicht von der Gegebenheit überwältigen zu lassen und den Baal nicht anzubeten, das heißt, das Erreichte nicht für sein eigenes Ideal zu halten.[19]

 

Die nachträglichen Gedanken zum „Kristallpalast“ werden zu einem gegenwärtigen „Eindruck“ im Modus der Stadtführung. Obwohl die „Aufzeichnungen“ im Winter geschrieben wurden, stehen die Leser_innen wie im Sommer gleich neben Fjodor Dostojewski im „Kristallpalast“. Damit leistet der Modus der epistolaren Führung zweierlei: sie findet im Moment des Lesens als Gegenwart statt und versetzt die Leser_innen direkt in den Palast aus Gusseisen und industriellem Glas der namentlich zum Crystal Palace aus natürlichen Kristallen transformiert wird. Der „Kristallpalast“ versteckt in seinem Namen zweierlei. Erstens ist es kein royaler Palast, sondern eine überdimensionierte, industrielle Fertigungs- und Handelshalle, wie sie als Markthalle etc. in der Nachfolge bis zum Ende des Jahrhunderts nahezu weltweit durch serielle Bauteile gefertigt werden wird. Zweitens ist das „Kristall“ billiges, nun industriell gefertigtes Glas, das einen größeren Effekt erzielt, als es Kristalle könnten. Aber was sieht und spürt Dostojewski nach Mishra? 

In Dostojewskis Augen bestanden die Kosten für Glanz und Pracht, wie sie im Kristallpalast zur Schau gestellt wurden, in einer Gesellschaft, die vom Krieg aller gegen alle geprägt war und in der die meisten Menschen dazu verdammt waren, zu den Verlierern zu gehören.[20]

 

Der legendäre „Kristallpalast“ auf der Weltausstellung von 1851 wird darüber hinaus zum Versprechen der Industrialisierung und ihrer neuen, schnellen, seriellen Baumethoden. Die „Selbstverbesserung“ von Nation und Individuum mit effizienten Mitteln wird zur ultimativen Zwangsvorstellung. Für Pankaj Mishra wird Fjodor Dostojewski zu einem Schriftsteller, der in seiner Zeit dagegenhält und Nietzsche die Vorlage für „sein spezielles Verständnis des Ressentiments“[21] als Nihilismus gibt. Mit Dämonen von 1872 verwandeln sich bei Dostojewski seelenlose Gegenstände wie ein Samowar in der Wahrnehmung in sprechende Akteure.[22] Anknüpfend an Dämonen lässt sich wie 2012 in der Justizvollzugsanstalt Charlottenburg vom Gefängnistheater die Dynamik einer Terrorzelle inszenieren. Dostojewskis Sicht des Kristallpalastes generiert nach Mishra den „Antiheld“ mit einem Ich, das der Anforderung der „Selbstverbesserung“ nicht genügt. 

Der Mann aus dem Untergrund erklärt, dass sein unstetes Ich der unzuverlässigste Führer zu moralischem und einfühlsamen Verhalten sei in seiner tragikomischen Rebellion gegen eine übermächtige und erniedrigende Realität.[23]

 

Der angloamerikanische Liberalismus, der in einem liberalen Wahlsystem Donald Trump als Präsidenten hervorgebracht hat, dessen Macht sich nicht zuletzt aus einer zweifelhaften, kaum verifizierbaren Kompetenz als bourgeoiser Kaufmann bzw. „dealmaker“ speist, steckt in einer Krise. Donald Trump ist ein Kind des angloamerikanischen Liberalismus und nicht dessen Unfall. Indem Trump weiterhin auf eine Verteidigung der terroristischen Alt-Right besteht, sanktioniert er das Paradox des Liberalismus. Das wird er zwar nicht wahrnehmen können, doch gibt es einen Wink auf die tiefe Kluft einer vermeintlich notwendigen Verteidigung des Liberalismus gegen Trump. Als hätte es noch einer Bestätigung für Pankaj Mishras Ansatz für eine Kritik des Liberalismus bedurft, verteidigt der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika den hauseigenen Terrorismus gegen einen von außen. Darin tritt das verstörende Paradox des angloamerikanischen Liberalismus mit ganzer Schärfe hervor.

 

Die jungen, zornigen Männer und Frauen der Alt-Right, denen es wichtig ist, dass der Präsident sie als Übervater nicht verurteilt, sind genauso wenig gute Terroristen wie islamistische Fundamentalisten. Vielmehr gleichen sie sich in der Verehrung von Monumenten und dem Gefühl, gekränkt worden zu sein. Sie sind die symptomatischen Akteure eines Systems, das die Vereinigten Staaten von Amerika an den Rand eines neuartigen Bürgerkriegs führt. Das Zeitalter des Zorns gibt einen Wink auf die historische Dimension der gegenwärtigen Krise. 

Nach Donald Trumps Sieg kann man unmöglich weiterhin die tiefe Kluft leugnen oder verschleiern, die erstmals von Rousseau erkundet wurde – die Kluft zwischen einer Elite, die sich die Früchte der Moderne aneignet und ältere Wahrheiten verachtet, und entwurzelte Massen, die sich von diesen Früchten ausgeschlossen sehen und sich in Gefühle kultureller Überlegenheit, Populismus und verbitterte Brutalität zurückziehen.[24] 

 

Eine Art Kurzfassung gibt Pankaj Mishra mit seiner Frage What liberalism? Anglo-America and the rest, die auf YouTube zur Verfügung steht. Im Juni konnte sich selbst Mishra Charlottesville und die Reaktion Donald Trumps darauf nicht ausmalen. Trump zieht sein Wissen und seine Macht aus einem schemenhaften Besitz, wenn er beispielsweise behauptet, Charlottesville besser zu kennen als die Journalisten, weil er dort ein Weingut besitze. Das gehört dann zwar nicht ihm, sondern seinem Schwiegersohn oder so, aber als lupenreiner Patriarch und dealmaker, gehört das Weingut zur Selbstwahrnehmung des Trump Ich. Soweit ist der Liberalismus gekommen. Ich bin, was ich habe und leite daraus mein Wissen ab. 

 

Torsten Flüh 

 

Mosse-Lecture vom 22. Juni 2017 

Pankaj Mishra: 

»What liberalism? Anglo-America and the rest« 

 

 

Pankaj Mishra 

Das Zeitalter des Zorns 

Eine Geschichte der Gegenwart 

Hardcover     

Aus dem Englischen von Laura Su Bischoff und Michael Bischoff 

Preis € (D) 24,00 | € (A) 24,70  

ISBN: 978-3-10-397265-8  

__________________________


[1] Spiegel Bestseller Sachbuch in Spiegel 31/2017.

[2] Pankaj Mishra: Das Zeitalter des Zorns. Frankfurt am Main: S. Fischer, 2017, S. 193.

[3] Ebenda.

[4] Ebenda S. 194.

[5] Webster’s 1913. Connoisseur's reference to American English - a dictionary for writers and wordsmiths. New Haven. Anger.

[6] Noah Webster: American Dictionary of the English Language. New Haven 1828. Anger.

[7] Pankaj Mishra: Das … [wie Anm. 2] S. 44.

[8]Siehe: Torsten Flüh: Die Wiederkehr des Manifests als Fake. Zur grandiosen Filminstallation Manifesto mit Cate Blanchett von Julian Rosefeldt im Hamburger Bahnhof. In: NIGHT OUT @ BERLIN 10. Februar 2016 22:22.

[9] Siehe: Torsten Flüh: Humpty Dumpty und die Diktatur der Kunst. Zu Jonathan Meeses Ausgewählte Schriften zur Diktatur der Kunst bei Suhrkamp. In: NIGHT OUT @ BERLIN 21. Mai 2012 18:02.

[10] Siehe: Torsten Flüh: Ein Gespenst wird gefeiert. Hostages und Le jeune Karl Marx auf der Berlinale 2017. In: NIGHT OUT @ BERLIN 15. Februar 2017 18:34.

[11] Pankaj Mishra: Das … [wie Anm. 2] S. 43.

[12] Ebenda S. 65-73.

[13] Siehe: Torsten Flüh: Das Versagen des Marktes. Zu Joseph Vogls Mosse-Lecture über das Zukunftswissen der politischen Ökonomie. In: NIGHT OUT @ BERLIN 17. Juli 2016 22:49.

[14]Pankaj Mishra: Das … [wie Anm. 2] S. 68.

[15] Ebenda S. 84.

[16] Ebenda.

[17]Zitiert nach:  Pankaj Mishra: Das … [wie Anm. 2] S. 83 und 84.

[18] Siehe: Torsten Flüh: Ein Bärendienst. Zur 150-Jahrfeier des Vereins für die Geschichte Berlins e.V., Heinrich Heines Briefe aus Berlin und Berliner Fotografenateliers des 19. Jahrhundert. In: NIGHT OUT @ BERLIN 7. Februar 2015 16:58.

[19] Zitiert nach:  Pankaj Mishra: Das … [wie Anm. 2] S. 84.

[20] Ebenda S. 85.

[21] Ebenda S. 87.

[22] Siehe: Torsten Flüh: Terrorzellen. Dämonen nach Fjodor Dostojewskij in der JVA Charlottenburg. In: NIGHT OUT @ BERLIN 23. November 2012 16:59.

[23] Pankaj Mishra: Das … [wie Anm. 2] S. 86.

[24] Ebenda S. 378-379.