Wahnsinn mit Methode - Zur Abschlussveranstaltung Kulturen des Wahnsinns im Ambulatorium

Wahnsinn – Akten – Moderne 

 

Wahnsinn mit Methode 

Zur Abschlussveranstaltung Kulturen des Wahnsinns im Ambulatorium 

 

Hitzewelle in Berlin am vorletzten Freitag. Die Sonne brennt auf das Gelände des RAW-Tempels an der Warschauer Straße. Im Dunkel des Ambulatoriums laufen die Ventilatoren heiß. Volker Hess, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, dankt den Besucherinnen, dass sie trotz der Wahnsinnshitze zur Abschlussveranstaltung des Projekts Kulturen des Wahnsinns Schwellenräume der urbanen Moderne 1870 – 1930 gekommen sind. Geboten werden in den nächsten 4 Stunden „Berichte aus der Forschungswerkstatt“. Das Ambulatorium als Veranstaltungsort, wo seit 16 Jahren mit dem RAW-Tempel Kulturarbeit stattfindet, soll den akademischen Hörsaal oder Konferenzraum ersetzen. 

Der Hörsaal, die Krankensäle und Krankenakten der Psychiatrischen und Nervenklinik der Charité ebenso wie das Berliner Börsenparkett um 1924 werden im Ambulatorium zum Gegenstand der Forschungsberichte. Das interdisziplinäre und interuniversitäre Projekt Kulturen des Wahnsinns verdankt sich eines Zufalls mehr denn eines Programms. Das „Krankenblattarchiv“ sollte vernichtet und entsorgt werden. Doch das Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin der Charité-Universitätsmedizin rettete die Krankenakten für die Forschung. Denn das Leben und der Wahnsinn in der nach 1870 zur Metropole rasant anwachsenden Stadt Berlin sind verknüpft mit historischen Umbrüchen in der Psychiatrie und den Krankheitsbildern der Großstadt.  

RAW-Tempel kann Englisch als Original- oder Roh-Tempel gelesen werden, an der Warschauer Straße allerdings sind R, A und W die Abkürzung für das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk, dessen Geschichte bis ins Jahr 1867 zurückreicht. Seit 1999 hat sich der RAW-Tempel e.V. des Geländes angenommen und im Ambulatorium finden vom Melon Rouge Varieté bis zur medizin- und großstadtgeschichtlichen Abschlussveranstaltung Kulturen des Wahnsinns verschiedenste Kulturveranstaltungen statt. Dass das Archiv der Krankenakten aus der Psychiatrischen und Nervenklink der Charité bis ins Jahr 1867 und in Einzelfällen bis 1859 zurückreicht, gibt auch einen Wink darauf, dass die Entwicklung der Industrie, die im sogenannten Feuerland auf der Chausseestraße vor dem Oranienburger Tor mit dem Bau der ersten erfolgreichen, deutschen bzw. preußischen Lokomotive mit dem Namen Beuth durch August Borsig 1844 ihren Ausgang nahm, und die Aktienspekulation in Berlin um 1867 bereits eine Dynamik entwickelt hatten, die sprachliche und, beispielsweise mit dem „Lustspiel“ Die Eisenbahn-Actien Speculanten von Gustav Bernhard[1], literarische Wechselwirkungen generierten.

Volker Hess betonte in seiner Einleitung besonders, dass das nunmehr nach 6 jähriger Laufzeit abgeschlossene Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft sich mit Schwellenräumen der urbanen Moderne befasst habe und das Ambulatorium ein „Schwellenraum der urbanen Postmoderne“ sei. Im Schwellenraum klingen polysemantisch sowohl die Bahnschwellen als Gleisunterbau der Eisenbahnen an wie die Schwelle als ein Übergangsraum oder „hybride Formen und Zustände des Dazwischen“. Hess geht vor allem davon aus, dass in „den Jahrzehnten der Reichsgründung und Machtergreifung (weitreichende Transformationen des „Wahnsinns“)“ stattfinden. „Mit ihren neuen Aufschreibe- und Dokumentationstechniken beobachten die Psychiater Schizophrenie und verfolgen die Träume und andere Regungen der Seele – an Stellen von einfachen Seelenstörungen oder vorzeitiger „Verblödung“. Im institutionellen Setting der entstehenden modernen Psychiatrie lässt sich verfolgen, wie die Erscheinung von Wahnsinn, sein Verständnis und seine Deutung sich gegenseitig bedingen.“

 

Johannes Kassar und Sophie Ledebur entfalteten in ihrem Kurzvortrag Clinic Life – Clinic Live vor allem die Veränderungen im Format der Krankenakte, die mit der doppelten Aktenführung für administrative und wissenschaftliche Zwecke seit 1870 einsetzt. Das Historische Psychiatriearchiv der Charité verdankt seinen Bestand eben dieser neuartigen Aufschreibetechnik für Verwaltung und Forschung. Das heißt zweierlei, was für die Erfassung und Formulierung des Wahnsinns nicht folgenlos bleibt. Einerseits werden die geistigen oder seelischen Krankheiten individuell und seriell nach Buchhaltungsverfahren des Kaufmanns erfasst. Andererseits dienen die Krankenakten der Forschung einzelner Ärzte, die sie auch als „geistiges Material“ und Eigentum ansehen. Anders als wissenschaftliche Artikel in medizinischen bzw. psychiatrischen Fachzeitschriften oder Lehrbüchern präsentieren die Krankenakten keine sorgsam ausformulierten Forschungsergebnisse, sondern gewähren Einblick in die Genese der Forschung. Gleichzeitig unterliegen die Krankenakten nicht nur einem Urheberrecht, sondern noch viel stärker dem Persönlichkeitsrecht des Patienten. 

Nach dem Tod von Friedrich Jolly 1904 und der Einweihung einer eigenen Psychiatrischen und Nervenklinik auf dem Campus der Charité zwischen Luisenstraße und Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal unweit des Humboldthafens im gleichen Jahr veränderte sich auch das Format der Krankenakten. Denn man wird sagen können, dass der neue Klinikbau auch neuartige Beobachtungsmöglichkeiten der Patienten erlaubte. Nach Kassar und Ledebur veränderte sich der Denk- und Handlungsstil und der Begriff der Beobachtung tritt stärker hervor. Die Entwicklung der Krankenakten zu Formationen des Wahnsinns verschiebt sich zu Ergebnissen von Testverfahren. Anhand des weitgehend geschlossenen Bestands der Krankenakten der Klinik lassen sich somit die Herausbildungsprozesse und Aufschreibepraktiken von psychiatrischen Krankheitsbildern verfolgen. 

Die Moderatorin Tina Mendelsohn fragte nach dem Vortrag zuspitzend, ob man anhand der Krankenakten sagen könne, Unterärzte schreiben, was sie sehen; Oberärzte schreiben, was sie sehen wollen. Ledebur und Kassar wollten die Notationsverfahren der Krankenakten nicht darauf einschränken. Sie konnten aber bestätigen, dass die Krankenakten häufig arbeitsteilig geführt wurden, dass mit ihnen eine gewisse Vorstrukturierung des Wahnsinns stattgefunden hat und dass sich durch die Arbeitsteilung lokale Wissenskulturen herausbilden. Für Forschungszwecke werden Tabellen und Pläne angelegt, aber auch Zeitungsmeldungen über Patienten nach ihrer Entlassung ausgeschnitten und in die Krankenakte geklebt. Letztlich wird man allerdings sagen müssen, dass die Erforschung des Bestandes erst noch in seinen Anfängen steckt.  

An dieser Stelle möchte der Berichterstatter einen kurzen Schwenk auf die Ursprünge der Kulturen des Wahnsinns an der Charité einschieben. Denn bereits vor der Gründung einer psychiatrisch-neurologischen Abteilung durch Wilhelm Griesinger, seinem Diktum „Geisteskrankheiten sind Hirnkrankheiten“[2] und seinem Konzept einer neuen Irrenanstalt, die mehr einem Gefängnis als einem Krankenhaus glich, zwischen 1865 und 1868 begann sich die Psychiatrie durch die Einführung von Aufschreibeschemata mit Ernst Horn als Leiter der „Irrenabteilung“ an der Charité herauszubilden. Seine psychiatrische Schrift entsteht im Kontext eines Rechtsstreits um die Arzthaftung[3] und wird 1818 als Öffentliche Rechenschaft über meine zwölfjährige Dienstführung als zweiter Arzt des k. Charité Krankenhauses[4] mit 6 graphischen Tafeln veröffentlicht. 

In der Öffentlichen Rechenschaft als Klinikbericht kommen bereits im „Zehnten Abschnitt“ über die „Irrenanstalt“ (S. 198 – 216) die „Kranken-Journale“ zur Sprache. Sie gehören zu den Neuerungen, die Horn eingeführt hatte. Damit beginnt ein klinisches Aufschreibeverfahren bzw. eine tagebuchartige, die „Geisteskrankheiten“ verzeitlichende Praxis der Klinik. Das heißt auch, dass die Irren nun zum Reden gebracht und ihre „Reden, Handlungen und Gebehrden“ systematisch aufgeschrieben werden. 

Es erschien mir ferner nothwendig, über jeden Geisteskranken ein besonderes Journal führen zu lassen, und die Eigenthümlichkeiten seiner Krankheit, die in Anwendung gebrachten Mittel und Methoden, die Wirkungen derselben und den Ausgang der Krankheit, darin aufzuzeichnen. Es kam hierbei besonders darauf an, zuerst die Thatsachen auszumitteln und zu Papier zu bringen, welche den Krankheitszustand charakterisierten. Hierzu war namentlich erforderlich ein sorgfältiges Aufzeichnen aller Reden, Handlungen und Gebehrden, die dem Kranken eigenthümlich waren. Diese Journäle enthielten zugleich die Angaben der Heilmittel, die zur Besserung des Kranken in Gebrauch gezogen wurden, und endlich den Erfolg der Behandlung, er mochte günstig oder ungünstig sein. (S. 211/212)   

Neben Tabellen und Listen zu Ausgaben, Einnahmen, Zu- und Abgängen sind es vor allem die „Kupfertafeln“ und ihre Erklärung (S. 324 - 333), die die „Geisteskrankheiten“ und ihre Therapie nicht nur lesbar, sondern sichtbar machen. Da es in dem Rechtsstreit um den Tod der Patientin Mademoiselle Thiele in einem therapeutischen angewendeten Sack ging, kommt den Kupfertafeln mit den Abbildungen der Apparate für Therapien ein entscheidender Wert bei. Tafel 1 enthält die „Abbildung des Apparats des Spritzbades“ oder der „Spritzbadmaschine“ aus 4 „Ansicht(en)“ in der Totalen sozusagen, „von der Seite“, „von der Vorderseite“ und „von oben“. Der „Apparat des Wasserdampfbades“, die „Drehmaschine (Drehbett) und der Drehstuhl“ werden neben Apparaten zum „Zwangsitzen“ und „Zwangstehen“ (Tafel 4) abgebildet. Auf Tafel 5 wird das „Ziehen und Fahren des Wagens für Irre“ und auf Tafel 6 die „militärischen Bewegungsübungen für Irre beider Geschlechter“ abgebildet. Die Erklärungen sind gleichfalls mit genauen Angaben zu Material und Kosten der Apparate versehen. 

 

Die differenzierten Kupfertafeln in der Öffentlichen Rechenschaft sind mit ihren Erklärungen deshalb besonders aufschlussreich, weil sich in diesen Bildern vom Wahnsinn gleich mehrere Ebenen überschneiden. Sie suchen den Geisteskranken wie die Geisteskrankheiten in Maschinen und Apparaten zu bändigen. Mit anderen Worten: Es werden Maschinen und Apparate konstruiert, um Energien zu binden, die entfesselt sind. Die Fesselungen, das Exerzieren und das Einspannen vor einen Wagen führen also genau das vor, was beim Geisteskranken nicht von selbst läuft. Es werden Richtungen gegeben und Schocks ausgelöst, um den irrlichternden Sinn beispielsweise mit dem Exerzieren auf Linie zu bringen. Dass Materialien, Kosten und Konstruktion der Maschinen und Apparate so genau formuliert und gezeichnet werden, entspricht insbesondere einem ökonomischen Sinn und Zweck der Klinik. Sie führen vor, dass und wie die berechenbare Klinik die unberechenbaren Geisteskranken berechenbar macht. Denn der Rechenschaft als Klinikbericht liegt vor allem ein mathematisches Modell als Argumentation im Rechtsstreit zugrunde.  

 

In den tabellarischen „Schluß-Bemerkungen“ (S. 317) findet sich eine Übersicht der „dem Tode vorhergegangenen Geisteskrankheiten“, die trotz „Schema“ (S. 208), Aufnahmefragebogen, „Kranken-Journal“ und „Lazareth-Bücher“ wenig ausdifferenziert ist. Die Namen und Bilder des Wahnsinns bleiben entgegen des Aufwandes wenig ausdifferenziert. Indessen erwähnt bereits Friedrich Bartels 1812 in seiner Rechtfertigungsschrift für den Herrn Dr. Ernst Horn[5] die Ordnung schaffende Funktion der Journale und Bücher. Horn habe „Kranken-Journale eingeführt, in welche eine kurze Geschichte der Krankheit, ihrer Merkmale, ihrer Entstehung, ihres Verlaufs und ihrer Behandlung eingetragen wurde. Der entschiedene Nutzen dieser Einrichtung sowohl in wissenschaftlicher, wie in medizinisch-polizeilicher Hinsicht ist allgemein bekannt. Die Lazareth-Bücher ließ er seit mehreren Jahren in seiner Amtswohnung und unter seiner persönlichen Aufsicht führen, um auch in dieses Geschäft eine desto größere Genauigkeit und Ordnung zu bringen, und darin zu erhalten“. (S. 19)

 

Genauigkeit und Ordnung bringen indessen nur 4 Kategorien der „Geisteskrankheiten“ hervor. Bei den 309 Toten in 12 Jahren lassen sich lediglich „allgemeiner“ und „partieller Wahnsinn (Melancholie, Narrheit)“, „Blödsinn“ sowie „mit Epilepsie verbundene Geisteskrankheiten“ als Arten oder „Kulturen des Wahnsinns“ diagnostizieren oder ordnen. Obwohl also gerade das „Schema“ der Fragen und die „Kranken-Journale“ eine gewisse Ausdifferenzierung des Irrsinns durch das Erzählen der Krankengeschichte hervorbringen sollen, fehlt es wohl nicht zuletzt wegen der „medizinisch-polizeiliche(n) Hinsicht“ an einer größeren Bandbreite der „Geisteskrankheiten“. Die polizeiliche Funktion für die Stadt Berlin mit der Charité im Norden vor der Stadtmauer kann bereits in der Zeit zwischen 1810 und 1818 kaum unterschätzt werden.[6]   

Sonja Mählmann und Cornelius Bork berichteten aus der Forschungswerkstatt von einem Querulanten, dem „Fall W.“, der 1908, 90 Jahre später gegenüber Ernst Horns Öffentlicher Rechenschaft, mit der Diagnose „Querulantenwahnsinn“ vom Moabiter Untersuchungsgefängnis in die Charité gebracht wird. Nach der Krankenakte wurde der Kaufmann Augustin W. nach einer Geschwindigkeitsübertretung verhaftet. Ihm war zuvor sein Fuhrwerk gestohlen worden, was trotz Anzeige nicht weiter von der Polizei verfolgt worden war. Tina Mendelsohn schlug in ihrer Anmoderation den Bogen zu Heinrich von Kleists Erzählung Michael Kohlhaas und zum Kohlhaas-Prinzip als zeitgenössische Adaption im Maxim Gorki Theater. W. fühlte sich wegen der Geschwindigkeitsüberschreitung zu Unrecht behandelt und querulierte gegen die Verhaftung, weshalb er in die Psychiatrische und Nervenklinik gebracht wurde. Dort wurde ihm als Intelligenztest ein Zeitungsartikel von einem schweren Einbruch und einem zu Unrecht verdächtigten Schlossermeister aus der Vossischen Zeitung vom 30. Mai 1908 zum Lesen vorgelegt. In seiner schriftlichen Stellungnahme vom 4. Juni 1908 geriet W. darüber in Rage und verweigerte sich dem Test.

Weitere spannende und bisweilen aberwitzige Berichte aus der Forschungswerkstatt erfolgten zur „Klinik als Bühne“, „Re/Emigrant“, „Von Segelluftschiffen und Costüm-Schwimmfesten“, „Kunstseidenes Mädchen“, „Wahnsinnslandschaften und verrückte Halbwelten“, „Kokser“ und „Van Hoddis – Welt-Ende“. Nicht zuletzt rückten Beate Binder und Dorothea Dornhof die Hysterie an der Berliner Börse und die Prostitution auf der Friedrichstraße in der ersten Hälfte der 20er Jahre ins Interesse. 

Volker Hess fasst die Forschungsergebnisse damit zusammen, dass „Schwellenphänomene“ Grenzziehungen ersetzen. Die „Schwellenphänomene“ werden breit und interdisziplinär zwischen der Psychiatrie, „städtischen Beratungs- und Fürsorgestellen oder dem neuen Selbstverständnis der Psychiater als Gesellschaftstherapeuten“, „Krankheitsbildern wie Nervosität oder Agora-Phobie“ aufgefächert, um „Andersartigkeit“ als „eine dritte Figur neben dem Normalen und dem Pathologischen“ zu bestimmen. „Schwellenphänomene“ als kulturelle Prozesse verweisen indessen immer wieder auf Aufschreibe-Praktiken ebenso wie Literaturen, die permanente Übertragungs- und Wechselwirkungen zwischen „dem Normalen und dem Pathologischen“ vollziehen.

  

Torsten Flüh

 

PS: Alle Fotos vom RAW, aus dem Ambulatorium, einer Seitenansicht der Psychiatrischen und Nervenklinik sowie von den Kupfertafeln machte Torsten Flüh.

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[1] Anm.: Gegenüber der Besprechung Georg Büchner ganz in weißen Plastiktüten kann mit der Gallerie deutscher pseudonymer Schriftsteller (1840) von Andreas Gottfried Schmidt berichtigt werden, dass „Gustav Bernhard“ neben „Heinrich Clauren“ ein weiteres Pseudonym von Carl Gottlieb Samuel Heun, Dr. der Rechte und königlich preußischer Geheimer Hofrath in Berlin, war. Die Eisenbahn-Actien Speculanten (1838) entspringen demnach dem politischen Umfeld des Berliner Hofs wie der Eisenbahn- und Industriekultur vor dem Oranienburger Tor und weniger dem sächsischen Grimma. 1838 wurde der erste Berliner Bahnhof vor dem Potsdamer Tor in der Akzisemauer, der Potsdamer Bahnhof, heute Potsdamer Platz, zwischen den Residenzstädten Potsdam und Berlin gebaut und am 22. September eröffnet. Schmidt, Andreas Gottfried: Gallerie deutscher pseudonymer Schriftsteller vorzüglich des letzten Jahrzehnts. Ein Beitrag zur neuesten Literargeschichte. Grimma 1840. S. 42 

[2] Anm.: Griesinger nimmt mit der Verschiebung der „Geisteskrankheiten“ zu „Hirnkrankheiten“ gleichsam eine materialistische vor und grenzt sich gerade deshalb in seinem Vorwort zum Materialismus und den „Materialisten“ deutlich ab. Griesinger, Wilhelm: Die Pathologie und Therapie der psychischen Krankheiten, für Aerzte und Studirende. Stuttgart 1845, S. VI (Digitalisat)

[3] Vgl. Flüh, Torsten: „Die Criminalgeschichte des Sackes“ In: Deutsche Ärzteblatt, Jg. 108, Heft 12, 25. März 2011. S. A 657 http://www.aerzteblatt.de/pdf/108/12/a657.pdf

[4] Horn, Ernst: Öffentliche Rechenschaft über meine zwölfjährige Dienstführung als zweiter Arzt des k. Charité Krankenhauses. Berlin 1818 (Digitalisat)

[5] Bartels, Friedrich: Rechtfertigungsschrift für den Herrn Dr. Ernst Horn. Berlin 1812 (Digitalisat) 

[6] Anm.: Im „Polizei Rapport“ vom 30. September bis 6. Oktober 1810 wird unter „VII Arrestanten“ ausgeführt, dass „4. in die Charité gebracht“ sind. Weshalb diese dorthin im Einzelnen gebracht wurden, lässt sich bei den Verhaftungsgründen wegen „Diebstahls .., Herumtreibens …, Widersetzlichkeit …, Unfugs …, Brandstiftung …, Diebeshehlerei …, venerischer Krankheit …, Verdachts …, Betrug“ nicht genau nachvollziehen. Siehe: Quellen zu Heinrich von Kleists »Berliner Abendblättern« In: Reuß, Roland; Staengle, Peter: Brandenburger Kleist-Blätter 11. Basel/Frankfurt am Main 1997. S. 64