Ins Licht gestellt - James Turrells Lichtinstallation in der Kapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs

Licht – Bedeutung – Enthüllung 

 

Ins Licht gestellt 

James Turrells Lichtinstallation in der Kapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs 

 

Die Lichtinstallation von James Turrell in der Kapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs ist bisher titellos geblieben. Beim Einweihungsgottesdienst am 8. Juli zitierte Bischof Dr. Markus Dröge in seiner Predigt insbesondere Turrells Formulierung, dass die „Qualität der Lichtsubstanz … zwar nicht berührt werden“ könne, sie jedoch „körperlich spürbar“ sei. Daraufhin schlug er einen Bogen zum Nizänischen Glaubensbekenntnis, in dem es heißt „Gott von Gott, Licht vom Licht“. ─ Dank eines namhaften Berliner Kunstsammlers ist es der Stiftung Historische Friedhöfe als Bauherrn und dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte nicht nur gelungen, die vom Einsturz bedrohte, unscheinbar, dunkle, graue Kapelle nicht überlieferter Herkunft aus den 20er Jahren zu restaurieren, sondern in ein faszinierend strahlendes Juwel zu verwandeln. 

Bereits in seiner Antrittsvorlesung an der Humboldt-Universität zu Berlin hatte Hartmut Böhme am 2. November 1994 in der Eröffnungssequenz unter dem Titel „Lichtung“ mit James Turrell auf dessen Lichtkunst-Ausstellung „Perception Cells” im Museumssaal des Kunstvereins Düsseldorf hingewiesen. „Dieses „Etwas“ von Bedeutung und Darstellung entfällt in der Lichtkunst. Es geht nicht um Mimesis und es geht nicht um Sinn. Statt dessen werden die Räume entleert, sie sind möglichst objektlos; sie werden zum Medium.“ Anders gesagt: Die unterschiedlichen Räume wie Friedhofskapelle und Museumssaal kontextualisieren die Lichtinstallationen von James Turrell auf verschiedene Weise. Doch zunächst gibt es immer die Faszination des Lichts. 

Erst im Nachhinein fiel dem Berichterstatter auf, wie ihn die unspektakuläre Leere, Transparenz und Schattenlosigkeit des Kapellenraums fasziniert hatte. Der frühe Abend des 8. Juli bescherte der sommerlichen Witterung einen Wechsel, so dass die lichte Helle der Kapelle mit den Milchglasscheiben bis zum Boden, dem nunmehr ebenfalls durch Milchglas freigelegten Tympanon über dem Zugang und einem Glasdach über dem Altar sowie diesem selbst aus Glas trotz Wolken bereits einen auch weiten Raum entstehen ließ. Einen Raum ohne Schatten zu konstruieren, ist schon eine Kunst. Eine Friedhofskapelle, in der es heißt, Abschied zu nehmen, in einen angenehm hellen Raum ohne Trübsal zu verwandeln, kann in zwei Richtungen ausgelegt werden. Der Tod wird so zur lichten Feier und zum Versprechen oder mit Hartmut Böhme der leere Raum wird Medium. 

Der Kunsthistoriker und Kurator Wulf Herzogenrath sprach in seiner Rede zur Einweihung der Kapelle ebenfalls von der Lichtsubstanz und verwies darauf, dass Turrells Arbeiten häufig an abgeschiedenen Orten wie der Wüste in Arizona oder in Privatsammlungen zu finden seien. Und die Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof ist ebenfalls ein abgeschiedener Ort inmitten der Stadt Berlin. Ein Ort, den man in seiner Eigenart und seiner Vielfalt, aber auch Ruhe kaum in der Mitte einer Großstadt erwartet. Wüste, Museumssaal, Kapelle - die Örtlichkeiten der Installationen rahmen und kontextualisieren das Licht jeweils anders. Herzogenrath gab eher biographische Hinweise auf den Kontext der Arbeiten am Licht. So habe Turrell beobachtet, als er Flugstunden nahm, dass die Erde den Schatten bringe, das Licht aber immer folge und bleibe. Auch der Hinweis, dass Turrell aus einer Quäker-Familie komme, fehlte nicht. Dabei ist die Renovierung der Kapelle so umsichtig gelungen, dass ihr Status als Denkmal erhalten bleibt.    

Es ist gerade James Turrell, der mit seinen Arbeiten ein ganzes Spektrum religiöser, christlicher, aber auch medientheoretisch atheistischer Kommentare mit seinen Lichtinstallationen hervorgerufen hat. Der Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme konnte ebenso wie der Kunsthistoriker und Kulturforscher Georges Didi-Huberman in seinem Essay Der Mensch, der in der Farbe ging (2009) an Turrells Arbeiten seit den 70er Jahren anknüpfen. „Lichtsubstanz“ und „Leere“ werden mit seinen Lichtinstallationen entfaltet. Die Lichtkünstler Anthony McCall und James Turrell arbeiten in unterschiedlicher Weise. In der Ausstellung Five Minutes of Pure Sculpture im Hamburger Bahnhof 2012 hatte McCall mit weißem Laserlicht gearbeitet. James Turrell arbeitet vor allem mit Farben, die durchaus mit bewusstseinserweiternden Experimenten in den 70er und 80er Jahren in Verbindung gebracht wurden. 

Georges Didi-Huberman hat seiner „Fabel“, die „mit einem verlassenen Ort“ beginnt, erstens ein Zitat von Samuel Beckett aus den Trois dialogues von 1949 und zweitens als Abbildung ein Luftbild des Roden Crater, Painted Desert (Arizona) von 1982 vorangestellt.[1] In dem Beckett-Zitat geht es mit „diese(r) farbige(n) Fläche“ ebenso wie mit dem Luftbild in Schwarz/Weiß des Roden Crater, Painted Desert um Farbe in der Kunst und/oder Natur. Farbiges Licht ist das Hauptarbeitsfeld der Kunst von James Turrell, auf das Didi-Huberman mit dem Titel seiner „Fabel“ Bezug nimmt. Und Roden Crater ist ohne Zweifel sein Hauptwerk und work in progress, das dank modernen Webdesign, anders als in einer Wissenschaftspublikation nun auch farbig wechselnd präsentiert wird http://rodencrater.com/ Doch Beckett fragte:

Was ist denn nun diese farbige Fläche? Ich weiß es nicht,
da ich noch nie etwas Vergleichbares gesehen habe.
Es scheint nichts mit Kunst zu tun zu haben,
jedenfalls wenn meine Erinnerung an Kunst stimmt. 

Mit der Hintergrundeinstellung von rodencrater.com kann man entschieden sagen, dass der kaum wahrnehmbare Wechsel der Farben, wie er auch in der Friedhofskapelle zum Einsatz kommt, sein Medium gefunden hat. Es ist nicht der temporale Ausschnitt der Photographie, womit sich die Zeit mit einer Tendenz zum Bild anhalten, einfrieren und zugleich vertreiben ließe. Vielmehr sind es die temporalisierten Farben, die im Medium Buch mit einer „Abbildung“ zwischen zwei Buchdeckeln nicht repräsentiert werden können. Die Farbe ist nie als benennbare Farbe einfach nur da oder präsent, sie wird hingegen in ihren Nuancen, die sich heute auf Websites programmieren lassen, und vielleicht zuallererst durch Digitalisierung und Programmierung eine gewisse Perfektion erreichen. Die Farbe der Photographien in diesem Blog ─ und dieser Besprechung insbesondere ─ ist selbstverständlich nicht die Farbe, die der Berichterstatter gesehen hatte, als der Objektivverschluss zuschnappte. 

Die Prozessualität der Farbe ist bei James Turrell eine ebenso technologische wie perzeptive. Sie unterliegt einer Techno-Logie und dessen, was als Wahrnehmung bei jede/r/m Einzelnen ankommt ─ oder auch nicht. Das darf durchaus irritieren und faszinieren, weil es wie in dem Beckett-Zitat auch die Frage des Wissens von der Kunst anschneidet. Gleichzeitig kommt mit Beckett die Frage auf, ob „meine Erinnerung an Kunst stimmt“. Mit anderen Worten die Farbe und ihre Wahrnehmung mögen irritieren und ein Subjekt, das nach dem Sein „diese(r) farbige(n) Fläche“ fragt, in den Strudel seiner eigenen Fragwürdigkeit ziehen. Diese farbige Fläche existiert in ihrer Einmaligkeit und wird gleichzeitig rätselhaft, so dass sich kaum sagen lässt, was sie ist.  

Wenn sich die Farbe in einer unablässigen Abstufung und in einem permanenten Wechsel befindet, lässt sich die Farbe auch schwer benennen. Didi-Huberman schreibt eröffnend von einem „riesige(n) Monochrom“, durch das es ihm möglich wird, die Farbe auch als „sengende(s) Gelb“ zu formulieren. Er konnte sich auf keine anderen Materialien beziehen als eine monochrome Photographie. Der Aspekt der Verzeitlichung in James Turells Arbeit Roden Crater, Painted Desert konnte ihm nur entgehen, weil der Farbwechsel des Hintergrundes auf dem Interface der Website tatsächlich einer jungen Bildtechnologie unterliegt, die 2009 bzw. zuvor noch gar nicht für Internet-User verfügbar gemacht werden konnte.   

… Der Mensch geht im sengenden Gelb des Sandes, und dieses Gelb hat für ihn keine Grenzen mehr. Der Mensch geht im Gelb, und er versteht, dass der Horizont selbst, wie scharf er dort auch sein mag, dort hinten, ihm nie als Grenze oder als »Rahmen« dienen wird: Er weiß genau, dass jenseits der sichtbaren Grenze der gleiche glühende Ort liegt, der immerzu weiter geht, immer gleich und gelb bis zur Verzweiflung…[2]   

Die Frage der Grenze des Menschen in seiner Verlassenheit wird von Didi-Huberman mit der Fabel im Gelb entfaltet. Das Monochrome gleitet über in eine Monotonie. Deshalb ist es besonders faszinierend, dass der Farbwechsel, wie er durchaus in der Natur unablässig vorkommt, so dass die Wüste in unterschiedlichsten Farben und eben nicht nur Gelb getaucht wird. Das andauernde Gelb und „gelb bis zur Verzweiflung“ gleitet schon über in Wahrnehmungsmodalitäten, die nicht zuletzt auf die Erzählung und Malerei anspielen. Denn das Gelb in den Bildern von van Gogh bringt die Dinge fast zum Verschwinden und allererst hervor wie die Wiese mit gelben Blumen (April 1889) usw. Doch Didi-Huberman kommt auch auf eine andere Lichtinstallation von Turrell zu sprechen, bei der es mit dem Denken des Lichts nun anders um die Grenzenlosigkeit geht, die von einer Konstruktionszeichnung von „schneidende und vertikale Farbe“, „unbegrenzte und nicht gerichtete Farbe“, „die Öffnung bildet eine Grenze“ und „die Begrenzung löst sich auf“ begleitet wird:   

So hält also dieses »Objekt«, gemacht aus rein gar nichts, unseren Menschen unter seinem unpersönlichen Blick in respektvollem Abstand. Durch seine eingefassten Aporien. Durch sein gewendetes Spiel von Horizont und Grenzenlosigkeit: Der Horizont ist vorne und Wüste erstreckt sich dahinter… [3] 

Georges Didi-Hubermans „Lehrfabel“ vom Menschen, der in der Farbe ging, die versucht zu berichten, was sich nicht berichten lässt, wendet auch die „kleine(n) Kathedralen“ von James Turrell gegen die Kathedralen seit dem Mittelalter, denn „in diesen Kathedralen sind die Altäre von nun an buchstäblich leer, das heißt leer von jeglichem göttlichen Körper und selbst leer vom Namen, von diesem Eigennamen des Abwesenden, unter dessen Autorität sich der Glaube und seine Liturgien erfanden“.[4] Didi-Hubermans Lehrfabel, die gerade keine Lehre als Art und Weise des Erzählens beansprucht, ist im Kontext des Werks und der Friedhofskapelle mit der Lichtinstallation von James Turrell deshalb so faszinierend, als die Frage nach dem leeren oder vollen - mit Kerzen und Bibel - Altar sich exakt durch die Lichtkunst schneidet. James Turrell und die Architekten Nedelykov Moreira sowie der Lichtplaner Torsten Braun haben die kleine, dunkle Kapelle in genau eine jener Kathedralen verwandelt, die es sonst in Berlin nicht gibt. 

Das Architektinnen-Team unter der Leitung von Nina Nedelykov und Pedro Moreira hat sich nicht nur auf die innovative Restaurierung von Kirchen und Grabstätten wie der von Walter Rathenau auf dem Waldfriedhof Oberschöneweide, sondern auch das Mausoleum Hitzig auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof spezialisiert. Mit der Friedhofskapelle ist ihm die Transformation eines dunklen Raums der Trauer, in den hellen Raum einer nicht nur evangelisch-christlichen neuartigen Trauerkultur gelungen. Gleichzeitig wird der Trauer- und Abschiedsraum zu einem Kunstraum, der auch als solcher mit der „Blauen Stunde“ vom Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte genutzt werden soll. Ein zweistündiges Abendprogramm, das eine Stunde vor Sonnenuntergang mit der „Blauen Stunde“  startet und mit Untergang der Sonne in ein farbiges Wechselspiel übergeht, zeigt das gesamte Turrellsche Farbspektrum. Im Rahmen von Abendpräsentationen kann die farbig illuminierte Kapelle zur Zeit an folgenden Tagen besucht werden: Freitag, Samstag, Montag, Start: ca. 30 min. vor Sonnenuntergang.  

Der Dorotheenstädtische Friedhof gehört nicht nur zu den meistfrequentierten Friedhöfen Berlins, vielmehr gehört er durch seine Lage in der heutigen Mitte, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch vor der Stadtmauer lag, zu den kultur- und industriehistorisch prominentesten Orten. Als Friedhof für die Kirche in der Dorotheenstadt, die es nicht mehr gibt, zählten schon im 19. Jahrhundert, prominente Gelehrte und Architekten wie Industrielle zu jenen, die hier ihre letzte Ruhestätte fanden. Die Grabstätten von Bertolt Brecht, Johannes R. Becher etc. wurden zu Pilgerstätten von Literaturliebhabern. Christa Wolf fand wie eine ganze Reihe zeitgenössischer Schriftsteller, Regisseure, Schauspieler und Politiker wie Johannes Rau hier ihre letzte Ruhestätte.  

Eine Führung über den Dorotheenstädtischen Friedhof kann die Geschichte Berlins in ganz unterschiedlichen Facetten mit Erzählungen und kunsthistorischen Grabmalsbetrachtungen zusammenfügen. Im Grabmal manifestieren sich die zeitgenössischen Bilder und Erzählungen jener, für die es errichtet wird. Sie sind, um an Georges Didi-Huberman anzuknüpfen, Altäre, die ums Symbol für die Nachwelt ringen. Doch häufig lassen sie sich kaum mehr in ihrer Symbolik lesen.  Der Dorotheenstädtische Friedhof hat nun mit der renovierten Kapelle eine kunsthistorische Bandbreite vom ursprünglich eisernen Obelisken für den Philosophen Johann Gottlieb Fichte von 1815 über die sträflich vernachlässigte Lekythos für Martin August Freund von 1827 und das klassizistisch Grabmal für August Borsig von 1854 sowie den Findling für Bertold Brecht von 1956 bis in die Gegenwart zu bieten.  

Jeffrey L. Kosky widmet in seinem Buch Arts of Wonder (2013), das in der Buchserie Religion and Postmodernism erschienen ist, James Turrell zwei Kapitel. Vielleicht kommt in seinem Kapitel Seeing the light that does not illuminate die aktuelle Faszination und kontroverse Diskussion um das Licht in der Kunst am deutlichsten zur Sprache. James Turrell hat wiederholt selbst zum Licht Formulierungen in die Diskussion eingebracht. Nicht zuletzt geht es darum, ob das Licht etwas enthüllt oder nicht. Denn es spielt auch hinein in die Befragung der Aufklärung als „Age of Enlightenment“ oder „a dream of entlightenment“, wie Kosky es formuliert.[5] Für Turrell ist es allerdings nicht das Licht, das etwas enthüllt, sondern die Enthüllung selbst, was mit der Formulierung sowohl zulässt, dass die Enthüllung als eine an Heidegger erinnernde Lichtung, wie bei Hartmut Böhme, gelesen werden kann, wie ebenso als eine Selbstenthüllung des Lichts als Erfahrung. 

Light is not so much something that reveals as it is itself the revelation.[6]   

Das Licht in den Arbeiten von James Turrell und seine Funktionen wurden von ihm teilweise ausführlich kommentiert, dennoch lässt sich das Licht weder theologisch noch technologisch oder positivistisch und gleichfalls nicht postmodern verorten. Kosky versucht dennoch eine theologische Verortung, obwohl er Georges Didi-Hubermans Fabel als „the best book I know about Turrell’s work“ lobt.[7] Er transformiert die Fabel über die „mystical theology of Dionysius (the Areopagite)“ in eine „cosmic light show“, die sich als eine „mystical cosmology“ enthüllt.  

Together James Turrell and mystical theology might help us elaborate an anthropology and a cosmology of who and what comes after the subject and object of modern disenchantment.[8] 

Der modernen Ernüchterung (disenchantment) möchte Kosky mit einer „mystical cosmology“ begegnen. Deshalb dreht er die Ernüchterung unter Hinweis, dass James Turrell in eine Quäker-Familie geboren worden sei, kurz um. Ob Didi-Huberman mit seiner Fabel wirklich eine ambivalente Ausschüttung der Erleuchtung oder Erkenntnis betreibt, wäre einmal dahinzustellen. Doch für Kosky geht es um die Enthüllungen des Göttlichen (revelations of divinity). 

However much the great „outpouring of illumination“ might be a revelation of God, the world, the human soul, and all things in general, these things of the all visible mystical cosmos are not to be seen distinctly ─ precisely because they are revelations of divinity.[9] 

 

Mehr als es sich Bischof Dröge und der Ideengeber Pfarrer Christhard-Georg Neubert, der Kunstbeauftragte der Evangelischen Kirche (EKBO), sowie die Stiftung Historische Friedhöfe in Berlin-Brandenburg möglicherweise gedacht haben, steht die unscheinbare Friedhofskapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof plötzlich mit der Lichtinstallation von James Turrell an einem Schnittpunkt nicht nur deutscher oder europäischer Diskussionen um das Licht in der Kunst, sondern einer transatlantischen und globalen um die Funktion des Lichts in christlichen Gesellschaften. Seine Lichtinstallationen sind zum Diskursfeld nicht nur des Lichts, sondern von Welt, Realität, menschlicher Seele, dem Mensch in seiner Verlassenheit und den Dingen allgemein geworden. Indessen zeigt Koskys Replik auf Der Mensch, der in der Farbe ging auch, dass ein „book“ etwas völlig anderes als eine „Fabel“ ist.  

 

Torsten Flüh 

 

James Turell 

Abendpräsentationen der Lichtinstallation 

Freitag, Samstag, Montag,  

Start: ca. 30 min. vor Sonnenuntergang 

Teilnahmegebühr beträgt 10.- € / ermäßig 5.- €  

Anmeldungen unter: info@evfbs.de oder 030-612 02 712 

 

Stiftung Historische Friedhöfe in Berlin-Brandenburg

 

Thematische Führungen 

Dorotheenstädtischer Friedhof 

mit Torsten Flüh

 

Bischof Dr. Dr. h.c. Markus Dröge 

Predigt zur Eröffnung der James Turrell gestalteten Friedhofskapelle 8. Juli 2015

 

Hartmut Böhme 

Das Licht als Medium der Kunst. Über Erfahrungsarmut und ästhetisches Gegenlicht in der technischen Zivilisation Antrittsvorlesung 2. November 1994

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[1] Didi-Huberman, Georges: Der Mensch, der in die Farbe ging. Zürich-Berlin 2009. S. 9

[2] Ebenda S. 9/10

[3] Ebenda S. 32

[4] Ebenda S. 33

[5] Kosky, Jeffrey L.: Arts of Wonder. Enchanting Secularity ─ Walter de Maria, Diller + Scofidio, James Turrell, Andy Goldsworthy. Chicago & London 2013. p. 91

[6] Zitiert nach Kosky S. 91

[7] p. 97

[8] p. 102

[9] p. 103