ÜbersetZungen - Eine Fortsetzung zum Symposium Benjamin Lektüren in der Akademie der Künste

Übersetzung – Pop – Politik

 

ÜbersetZungen

Eine Fortsetzung zum Symposium Benjamin Lektüren

 

In der ersten Besprechung zum Symposium Benjamin Lektüren – Zur internationalen Rezeption kam der Berichterstatter nicht über das Grußwort von Jan Philipp Reemtsma und die Keynote Lecture von Irving Wohlfarth hinaus. Die Fragen der „Privatsprache“ und des „Apodiktischen“ (Reemtsma) ebenso wie das Sprechen in Gleichnissen und das Übersetzen als „Sprachgeschichtsschreibung“ (Wohlfarth) erschienen bereits so weitreichend, dass eine Lektüre von Texten Walter Benjamins zunächst eingeschoben werden musste. Auch sollte keinem Vorwort eines möglichen Konferenzbandes vorgegriffen werden. Doch zwischenzeitlich wurde von mehreren Seiten der Wunsch an den Berichterstatter herangetragen, detaillierter über die unterschiedlichen und durchaus widerstreitenden Lektüren zu schreiben. Dem soll gern Folge geleistet werden.

 

Eine Vollständigkeit wird sich trotzdem nicht erzielen lassen, was nicht zuletzt auf die Diskussionsprozesse selbst verweist. Die Vorträge in den Sektionen Ostasien, Vorderasien und Lateinamerika waren so unterschiedlich und anregend, dass sie es allemal wert sind, detailliert vorgestellt zu werden. Allein der Umstand, dass Sina Chegini seinen Vortrag via Facebook morgens an seine Korreferentin Sabine Jainski schickte und diese ihn verlas, weil Chegini keine Reiseerlaubnis in Teheran erhalten hatte, ist kein ganz alltäglicher Umstand in der Academic Community und gibt einen Hinweis darauf, dass Walter Benjamin weiterhin hoch politisch und politisch brisant rezipiert wird.   

Das Politische an den Übersetzungen und in den Praktiken der Lektüre war bereits mit der ersten Besprechung Entsetzen beim Über-Setzen angeschnitten worden. Gerade in der Konstellation der aktuellen Rezeption mit dem Grußwort und der Keynote Lecture konnte an den Lesarten von Benjamin gearbeitet werden. An der frühen Kontroverse zwischen Hannah Arendt und Theodor W. Adorno wurde der poetologische Ansatz von Arendt entfaltet, um den eher normativ philosophischen Adornos herauszustellen. Es kristallisierte sich damit heraus, dass das Politische bei Benjamin allererst mit der Auffassung von Sprache und ihrem Vermögen verknüpft wird.[1] Deutlich wird diese Verknüpfung u.a. an den verschiedenen Manuskripten von Über den Begriff der Geschichte. Bis in die Begründung zur Verleihung des August-Bebel-Preises 2011 und in das politische Engagement des Schriftstellers Günter Grass gehört diese Schrift zum politischen Zitatenschatz in Deutschland und bleibt in der Sozialdemokratie wirkungsmächtig.

Prof. Dr. Heinrich Kaulen (Marburg), der als Herausgeber an der Kritischen Ausgabe von Werke und Nachlass Walter Benjamins beteiligt ist, und bereits mit seiner Dissertation Rettung und Destruktion. Untersuchungen zur Hermeneutik Walter Benjamins (1987) eine wichtige Arbeit zu Benjamin-Forschung vorgelegt hatte, eröffnete die Sektion Ostasien mit dem Hinweis, dass der „Austausch“ mit Asien zunächst für die klassische Moderne in Europa wichtig gewesen sei. Heute habe sich unter Wissenschaftlern die „Begegnung auf Augenhöhe“ durchgesetzt. Es gebe allerdings keine „systematischen Studien zum Transfer“ beispielsweise mit Walter Benjamin in die asiatischen Geisteswissenschaften.

 

Kaulen stellte die Referentinnen und Korreferentinnen[2] der Sektion kurz vor. Zwei Bereiche sollten sich in der Sektion Ostasien als deutliche Fragenkomplexe herauskristallisieren. Einerseits rückte der Bereich der Rolle und Funktion von Benjamin-Übersetzungen für die akademische Karriere  deutlich ins Blickfeld. Andererseits schälte sich auch die Frage nach richtigem und falschem bzw. nach dem Übersetzen in ein außereuropäisches Sprach- und Zeichensystem überhaupt heraus.

Mit Prof. Dr. Cai-Yong Wang konnte ein beispielhafter Referent für den ersten Vortrag in der Sektion Ostasien gewonnen werden. Wangs akademische Karriere in der Philosophie an der Fudan Universität ist der aufs Engste mit der chinesischen Politik und dem Modernisierungsprozess von Wirtschaft und Kultur verknüpft. Aus europäischer, deutscher Perspektive wird leicht unterschätzt, welche Modernisierungs-prozesse in den letzten ca. 25 Jahren in der V.R. China stattgefunden haben und weiterhin stattfinden. Dass sich Wang 1988 einer folgenreichen Übersetzung von Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1935) zuwandte, darf durchaus als ein mutiger Schritt in einem Klima der ideologischen Öffnung und erster Reformbestrebungen unter Deng Xiaoping verstanden werden. Mit der Niederschlagung der revolutionären Studentenbewegung auf dem Tian An Men am 3. und 4. Juni 1989 war zunächst an die Veröffentlichung einer kunst- und kulturpolitischen Übersetzung aus Deutschland, die den Modernisierungsprozess selbst thematisierte, gar nicht zu denken. Wang sagte, dies nicht anders als in der bloßen Zeitangabe seiner Veröffentlichung. Denken muss sich das der europäische Hörer dann schon selbst können.

Wang erging es wie vielen Studenten seiner Generation. Er strebte eine Promotion im Ausland, d.h. Deutschland an. Andere seiner Generation gingen in die USA oder nach England etc. 1992 wurde seine Übersetzung in China publiziert. Wang überarbeitete seine frühe Übersetzung mit der in Deutschland erworbenen Sprachkompetenz und Benjamins Aufsatz wurde mehrfach wieder aufgelegt. Bei seiner Rückkehr nach Shanghai 2001 sprachen ihn Kollegen, Künstler usw. regelmäßig auf seine Übersetzung an.


Walter Benjamin Archiv: Archivfenster „Benjamin in Berlin“ (Akademie der Künste am Hanseatenweg)

Für die Kunstproduktion der chinesischen Moderne seit Mitte der 90er Jahre ist der Einfluss von Wangs Übersetzung sicher hoch einzuschätzen. 1994/95 fragten sich und den Berichterstatter Kunst- und Architekturprofessoren in China, beispielsweise an der Tongji Universität in Shanghai, wie sie anders als in der traditionellen Tuschmalerei, anders als im Stil eines Sozialistischen Realismus, anders als im Öl der frühen Moderne malen könnten und sollten. Schließlich ging es in China damit auch um die Frage einer Rückkehr zum Traditionalismus der Tuschmalerei oder zu einer Anknüpfung an die „moderne“ Ölmalerei aus dem Westen.

Der Begriff der Moderne 現代性(xiàndài xìng), den Wang in der chinesischen Philosophie mit Benjamin stärker bearbeiten will, ist im Chinesischen weit weniger deutlich ausgeprägt und muss erst einmal von Mode, 時裝 und modisch oder neumodisch unterschieden werden. 現代性wäre mit „Jetztzeit“ und xìng zu übersetzen, wobei eine breite Polysemantik von Beschaffenheit, Qualität, Sex, Geschlecht, Bewandtnis, Genus, Natur aufweist. Das spezifisch Moderne der Moderne bedarf demnach im Chinesischen auch einer besonderen Formulierungskunst.

Graphismus als Graphologie und Phonologie generieren im Chinesischen eine andere Leseweise und andere Kontexte. Zwar sind chinesische Leser beim Lesen der Schrift darauf trainiert aus der Zeichenkombination „den Sinn des Wortes aus dem Kontext zu erschließen“, worauf Wang hinwies. Doch generieren Graphologie und Phonologie, beispielsweise durch die Häufigkeit von Homophonen Schrift- und Klangräume, die für Wissenschaft, Literatur und Poesie äußerst wichtig sind. Eine besondere Rolle spielt nicht zuletzt, dass im Chinesischen traditionell das Ich als grammatisches Subjekt weit seltener vorkommt, vor allem aber das Wir seit Mao von der Partei betont wird, was für einen Begriff der Moderne entscheidende Folgen hat.   


Walter Benjamin Archiv: Archivfenster „Benjamin in Berlin“ (Akademie der Künste am Hanseatenweg)

Inhaltlich ging Wang besonders auf den Begriff der Aura bei Walter Benjamin und als Übersetzungsproblem ein, weil viele aktuelle Übersetzungen in China allein „mit dem Wörterbuch“ arbeiteten, dann aber verlorenginge, was Benjamin mit dem Begriff meint und macht. Schließlich sei die Aura stark mit dem Begriff der Moderne verkoppelt. Weiterhin seien für die Moderne „Schock“ und „Erfahrung“ wichtig, die den Umbruch in der Moderne markierten. Ebenso sei die Frage von „Form und Inhalt“ wichtig. Und schließlich ist die Frage nach den gesellschaftlichen Veränderungen in der Moderne von Interesse, die selbst Tageszeitungen in China mit Benjamin aufgriffen, wobei dann die Mehrdeutigkeit bei Benjamin verloren ginge. Für Wang entfaltet Benjamin seine Wirkung im Chinesischen wie in China insbesondere im Feld von Gesellschafts- und Modernekritik. Der Korreferent Prof. Dr. Momme Brodersen beschränkte sich vor allem aufs Nachfragen und Moderieren.

Prof. Dr. Seong Man Cho legte mit seinem Vortrag einen historischen Abriss der Benjamin-Übersetzungen in der Republik Korea von Ende der 70er Jahre bis in die Gegenwart vor. Zum ersten Mal gewinnt die Benjamin-Forschung damit einen umfassenden Einblick in die Benjamin-Rezeption in Korea, marktgängige Benjamin-Übersetzungen von größeren Verlagen, unterschiedliche Rezeptionsansätze und die Veränderung der Curricula für das Deutschstudium und die Geisteswissenschaften. Cho kam bereits 1984 als DAAD-Stipendiat nach Deutschland und promoviert 1994 an der Freien Universität Berlin bei Rolf-Peter Janz mit einer Arbeit zur „Mimesis-Theorie Walter Benjamins“. Es gibt nach seiner Einschätzung nur wenige Koreanerinnen, die in Deutschland im Fach Germanistik überhaupt promoviert worden sind. In Süd-Korea erschien 1983 zunächst eine Übersetzung der Illuminations wie 1968 in den USA, die mittlerweile in der 15. Auflage erschienen ist. Erst in den 2000er Jahren begann in einem Verlag eine 10bändige Ausgabe der Schriften Walter Benjamins zu erscheinen, an der Cho selbst mitgearbeitet hat.

Eine international und besonders im außereuropäischen Ausland geübte Praxis der Übersetzung der Schriften Walter Benjamins besteht darin, dass Übersetzungen aus dem Englischen bzw. US-Amerikanischen in die Zielsprache beispielsweise Koreanisch übersetzt werden. Bevor die Schriften in Chinesisch, Koreanisch oder Japanisch erscheinen, wurden sie also bereits meist wissenschaftlich unkommentiert ins Englische vereinfachend ─ das heißt meistens: monosemantisch und monokausal ─ übersetzt. Die Entscheidung von Verlagsseite zielt damit bereits auf eine Vereinfachung hinsichtlich der Lesbarkeit in der Zielsprache. Cho kritisiert diese Praxis scharf.  

Doch es ist beispielsweise auf die deutsche Erstausgabe von Roland Barthes‘ Mythen des Alltags 1964 in der edition suhrkamp und ihrer Editions- wie Übersetzungspraxis hinzuweisen, bei denen damals ebenfalls andere wissenschaftliche Standards galten als bei der Neuauflage 2010, was nicht zuletzt 2012 zu einem wissenschaftlichen Workshop im Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin führte. Zugunsten einer vermeintlich besseren Verständlichkeit durch den deutschen Leser, wurde die Struktur des französischen Originals als unwesentlich missachtet. In der sogenannten Zielsprache und Zielkultur wurden ganze Teile einfach weggelassen. Allein das Denken des Deutschen als Zielkultur erweist sich mit der wissenschaftlich überarbeiteten Neuauflage als Barriere und Ausgrenzung „französischer“ Aspekte.   

Cho sieht die beginnende, neuere Übersetzungstätigkeit der Schriften Walter Benjamins in der koreanischen Geschichte und der Ära der „Übereinstimmung“ (consilience), die ein gesellschaftliches Milieu erzeugte, in dem nach anderen, neuen Denkmöglichkeiten gesucht wurde:Die „consilience“ bedeutet die Interdisziplinarität auf der Ebene des einzelnen Wissens. Benjamin ist ja dafür bekannt, das fächerübergreifende Denken, die Interdisziplinarität, schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts praktiziert und vielfach angeregt zu haben.“ Allerdings meint Cho, dass diese Veränderung mit einer breiteren wissenschaftlichen Entwicklung und den Einflüssen des Denkens durch Foucault oder Derrida zu tun hat. Neuerdings sei das Interesse „stark gestiegen“, weil „er von den führenden westlichen Theoretikern wie Slavoj Zizek, Georgio Agamben, Alain Badiou, Zygmunt Baumann, Jacques Ranciere, David Harvey oder Susan Buck-Morss ständig zitiert und erwähnt wird. Eine eigene Initiative im Bereich der Theorie ist in Korea leider kaum zu finden. Die sog. Benjamin-Connection, die auf diese Weise geschaffen wird, bezeugt schon die Aktualität seines Denkens.“


Wenn Du noch einen Nickel hast, Und willst ihn schön und gut verwenden, Sollst Du den Lieben ohne Rast 'Ne hübsche Ansichtskarte senden. 

Die Umwege, die das Denken Walter Benjamins somit in Philosophie, Soziologie und Gesellschaftskritik etc. in Korea nimmt, lassen sich als eine Art weiterer Übersetzungen formulieren. Erst in dem Maße wie Benjamin zitiert und formalisiert wird, regt sich ein Interesse an den ursprünglichen Schriften. Mit dem Zitat wird den Lesemöglichkeiten eine weitere, „aktuelle“ hinzugefügt. Wenn Benjamin qua Zitat als Wissen aufgerufen wird, dann erhält er über den Umweg selbst den Status von Wissen für weitere Leser, könnte man formulieren.

 

In einer gesellschaftlichen Situation, in der produktions- und konsumorientierte Regime der Globalisierung das Leben der Menschen zu beherrschen, zu formatieren beginnt, eröffnet gerade Benjamins Ambivalenz gegenüber der Moderne nach Cho eine Anknüpfungsmöglichkeit der Kritik. Der Verlust des Interesses an den Geisteswissenschaften, wie Cho sie für die Republik Korea konstatiert, weil ein abweichendes Denken die Karrierechancen laut Lehrbuch nicht erhöht, sondern eher erschwert, macht Benjamins Schriften lesbar als „anthropologischen Materialismus“. Zum „Konzept des anthropologischen Materialismus“ gehöre auch, „dass er im Passagen-Werk ins Leben der Menschen, die im 19. Jahrhundert gelebt haben, eindringt und daraus nicht nur die Phantasmagorien der warenproduzierenden Gesellschaft herausliest, sondern auch ihre 'Wunschbilder' für die Gegenwart zu retten versucht. Diese Einsicht für die aktuelle Politik fruchtbar zu machen, so romantisch es klingen mag, war sein Grundkonzept, das m. E. heute noch von Ranciere und Harvey weitergeführt wird. Das macht auch die Aktualität seines Denkens aus.“

Bevor auf Frage der Übersetzung ins Koreanische und die Benjamin-Rezeption in Japan eingegangen werden soll, lässt wohl für China inklusive Hongkong und Taiwan mit Wang sowie die Republik Korea mit Cho sagen, dass das Interesse zumindest in einem Verhältnis zu einem rasanten Modernisierungsdruck angewachsen ist. Die Art und Weise der Rezeption im Chinesischen und Koreanischen erweist sich als kontrovers und breit aufgefächert. Während in Deutschland und Europa die Modernisierung der Länder in Ostasien wenigstens teilweise als Bedrohung formuliert wird, zeigt sich damit gerade eine andere Seite der Bedrohung. Insofern als die Modernisierung am vermeintlichen Ursprung der Bedrohung selbst als solche empfunden wird, hebelt dies auch eine nationalisierende Lokalisierung der Bedrohung aus. In diesem Moment entfalten Benjamins Schriften und deren Kontextualisierung ihre Wirkung als Kritik der Moderne in der Weise, dass sie nicht nur konservierend wirken, sondern überhaupt eine Artikulation der Ambivalenz ermöglichen.  

Saein Park wurde von Johannes Steizinger vom ZfL vorgestellt und hielt den Vortrag On Benjamin’s translatability: reading Benjamin in Anglo-American and Korean translations. Park interessiert besonders die Frage der „cultural location of language“ und die „impossibility of translation“. Denn trotz einer Unmöglichkeit der Übersetzung wird weiterhin übersetzt. Park arbeitete diesen Widerspruch des Übersetzens deutlich heraus. Eine logozentrische Übersetzung wird vor dem Hintergrund dieser Unmöglichkeit ausgeschlossen. Wie lässt sich also mit dieser Unmöglichkeit umgehen? Park führte aus  Die Aufgabe des Übersetzers beispielsweise Benjamins Verwendung der Verben „offenbaren“ und „darstellen“ und ihre Übersetzung ins Koreanische an.

So ist die Übersetzung zuletzt zweckmäßig für den Ausdruck des innersten Verhältnisses der Sprachen zueinander. Sie kann dieses verborgene Verhältnis  selbst unmöglich offenbaren, unmöglich herstellen; aber darstellen, indem sie es keimhaft oder intensiv verwirklicht, kann sie es.

Obwohl es in der Republik Korea ca. 21% Christen gibt, ist der Begriff der Offenbarung in der Koreanischen Piktographie ebenso fremd wie der der Darstellung. Die koreanische Zeichenkombination kann allein zwei Arten des Sehens formulieren: „erscheinen sehen“ und „öffnen sehen“. Beide Möglichkeiten können aber nicht den Unterschied von offenbaren und darstellen formulieren. Natürlich ist selbst im Ausgangstext der Gebrauch der beiden Verben im Deutschen ungewöhnlich und stellt sich allein in der Syntax her. Mit dem Offenbaren wird eine Unmöglichkeit aus sich selbst heraus formuliert, während mit darstellen, durch einen Instrumentalsatz ergänzt, formuliert wird, auf welche Art und Weise die Übersetzung das Verhältnis darstellen kann. Die Offenbarung wäre demnach ein Modus des Sich-zeigens aus einer Qualität heraus, während die Darstellung immer an einen Modus ─ „keimhaft und intensiv“ ─ des Zeigens gebunden wäre.

Mit dem Vortrag von Saein Park wurde deutlich, welche Schwierigkeiten der Syntax und der Semantik bei der Übersetzung, eine entscheidende Rolle spielen, um Sinn zu generieren. Ergibt sich bei Benjamin aus der Syntax der semantische Unterschied von offenbaren und darstellen, so hält das Koreanisch möglicherweise gar keine vergleichbare Satzordnung bereit, weil das Ordnungsprinzip anders funktioniert. Doch gerade durch die Syntax generiert und verschiebt Walter Benjamin als Textproduzent Bedeutungen. Park wies daraufhin, dass bereits mit der Übersetzung der Offenbarung ins englische presentation der theologische Kontext verloren ginge.


Walter Benjamin Archiv: Archivfenster „Benjamin in Berlin“ (Akademie der Künste am Hanseatenweg)

Ein weiteres Beispiel für die Schwierigkeit des Übersetzens und der merkwürdigen Art und Weise, wie Benjamin mit Erinnerung, Medien und Sprache verfährt, führte Park mit dem Tor, der arcade oder dem arch im Englischen vor. Das Sprach- und Medienspiel mit dem „Halleschen Tor“ als Namen eines Platzes auf einer „Ansichtskarte“ in dem Text Winterabend aus Berliner Kindheit um Neuzehnhundert verfehlt den Namen des Platzes auch und liest ihn kindlich, doch medial zugleich:

… Dabei geleitet es mich am liebsten zu einer von meinen Ansichtskarten. Sie stellte einen Berliner Platz dar. Die Häuser, die ihn umgaben, waren von zartem Blau, der nächtliche Himmel, an dem der Mond stand, von dunklerem. Der Mond und die sämtlichen Fenster waren in der blauen Kartonschicht ausgespart. Sie wollten gegen die Lampe gehalten werden, dann brach ein gelber Schein aus den Wolken und Fensterreihen. Ich kannte die abgebildete Gegend nicht. »Hallesches Tor« stand darunter. Tor und Halle traten in ihr zusammen und bildeten die erhellte Grotte, in welcher ich die Erinnerung an das winterliche Berlin vorfinde.

Während der Platz „Hallesches Tor“ nach dem Ausgang aus der Stadt in Richtung der Stadt Halle benannt ist, macht das Kind in seiner Erinnerung „Tor und Halle“ daraus, die eine „erhellte Grotte“ bildeten. Die Grotte als geheimnisvoller Ort der Erinnerung wird so durch ein auch witziges Missverständnis angesprochen. Denn der Adressat des Textes ist Benjamins Sohn Stefan Rafael, der den bekannten Platz als Ort wohl gekannt haben dürfte. ─ Wie konnte der Vater so dumm sein und nicht wissen, dass das Hallesche Tor, wo die Friedrichstraße im Süden endet, nach der Stadt Halle benannt ist. ─ Der Ort der Erinnerung wird so erzählerisch mit einem Platz angesprochen, der selbst bereits mit einer Ansichtskarte und ihrer Verwendung in einer bestimmten Belichtung, man soll sie „gegen die Lampe halten“, als Medium inszeniert. Derartige Ansichtskarten waren in Berlin um 1900 verbreitet, beispielsweise auch von „Unter den Linden, an der Friedrichstraße“. Doch Benjamin wählt für seine Erzählung eine Ansichtskarte aus, die ein sprachliches Szenario der verfehlenden und trotzdem treffenden Sprache und Erinnerung ermöglicht.

Es wird durch das von Saein Park angesprochene und hier noch einmal ausgeführte Beispiel deutlich, dass Benjamin im Zuge des Schreibens und der Syntax die Semantik von Halle als Städtenamen auf witzige Weise verschiebt und unterläuft. Die Semantik stellt sich allererst über die Syntax her. Weder ist auf der Ansichtskarte vom Halleschen Tor ein Stadttor als Tor zu sehen, noch soll die Karte den Platz als Ort darstellen. Entscheidend ist vielmehr und allererst die Art und Weise der Belichtung durch „gegen die Lampe halten“ ─ „Bitte gegen das Licht zu halten“, steht auf Karte „METEOR D.R.G.M. 88690“. Das Faszinosum ist die Belichtung als Medialität und was sie in der Erinnerung auslöst. Die „cultural location of language“ erweist sich auf diese Art als eine, bei welcher der Ort sich immer entzieht und als anderer herstellt: Grotte aus Tor und Halle statt Halle und Hallesches Tor.

 

Prof. Dr. Kazuko Okamoto legte mit ihrem Vortrag Zum Bilde Benjamins ─ übersetzt und zitiert ins Japanische einleitend einen Abriss der „Übersetzung als Moment der Bildung japanischer Kultur“ vor. In Japan gibt es wesentlich vier Phasen, in denen Übersetzungen eine wichtige Herausbildung bei der japanischen Kultur spielen. Als erste Phase gelten frühe Übersetzungen aus dem Chinesischen, in der auch chinesische Schriftzeichen in den Gebrauch kommen. Doch die chinesische Syntax und die Aussprache unterscheiden sich im Japanischen. Die zweite, sehr viel spätere Phase betrifft bereits die Neuzeit mit der Ankunft der Holländer in Japan und dem Beginn des Ostasienhandels mit Europa. Dabei gelangen neue Denkweisen und beispielsweise  medizinisches Wissen von der holländischen Kolonieinsel Dejima in die japanische Kultur.

In einer dritten Phase nach der erzwungenen Öffnung Japans durch amerikanische Kriegsschiffe im Jahr 1854 setzt einerseits die Restauration der Meiji-Ära innenpolitisch ein, andererseits werden japanische Adlige und Militärschüler zu kulturellen und wissenschaftlichen Studien nach Amerika, Frankreich, England und Deutschland geschickt, um an die Moderne Anschluss zu finden. Es wurde nach Okamoto sogar diskutiert, ob man Englisch zur Landessprache machen sollte. Der Medizinstudent und literarisch interessierte Ôgai Mori wird vor der Jahrhundertwende zu einem der wichtigsten Übersetzer aus dem Deutschen. Er übersetzt als Erster die gesprochene Sprache ins Japanisch und trägt damit auch zu einer Modernisierung der japanischen Sprache selbst bei. Deutsch wird gleichwohl in Japan zur Sprache der Medizin. Kitasato Shibasaburo wird als Schüler Robert Kochs zu einem der einflussreichsten Bakteriologen und Hygieniker in Japan und leistet damit ebenfalls eine weitreichende Übersetzungs- und Modernisierungsarbeit um 1900.         

Die Gründung der modernen japanischen Hochschulen und Universitäten ist wie in China mit der Tongji Universität in Shanghai mit der Gründung von Medizinhochschulen verschränkt. Zu einem Medizinstudium gehört bis weit ins 20. Jahrhundert das Erlernen der deutschen Sprache in Japan. Diese japanische Wissenschaftstradition hatte neben dem Aufenthalt von Gastprofessoren seit 1955 sicher einen wichtigen Anteil daran, dass Benjamins Gesammelte Schriften in 15 Bänden bereits seit 1969 in Japanisch erschienen. Rezipiert werden Benjamins Schriften zunächst in einer eher studentischen Marxismus-Debatte. Seit Mitte der 80er Jahre wurde das Passagen-Werk ins Japanische übersetzt, wobei ein Vortrag von Jacques Derrida 1983 zum dynamischen Denken dafür wichtige Impulse lieferte. Und eine sogenannte Benjamin Collection erscheint seit den 90er Jahren. 

 

Benjamin wird nach Okamoto in Japan in einem sehr breiten Spektrum von der Hochkonjunktur der Medientheorie in den 80er Jahren über die Anknüpfungen von bildenden Künstlern in der Fotografie bis zur Skulptur und Aktionskunst rezipiert. Doch auch für Fragen des Politischen und der Gesellschaft wurde Benjamin von der japanischen Studentenbewegung herangezogen. Die sehr breite Aufgeschlossenheit gegenüber Benjamin und die Vielzahl der Übersetzungen wird von Okamoto damit erklärt, dass in der japanischen Kultur das „Übersetzen als Mutter der Wissenschaft“ aufgefasst wird.

In der Sektion Vorderasien, die Prof. Dr. Erdmut Wizisla vom Walter Benjamin Archiv eröffnete, stellte Dr. des. Asli Odman einen breit angelegten Überblick zur Rezeption Benjamins in der Türkei vor. Sie arbeitet am Institut für Urbanistik und ging deshalb besonders auf das Stadtbild, die Modernisierung der türkischen Sprache in lateinischer Schrift bei Gründung der Türkei als Republik und die aktuelle Re-Osmanisierung des Stadtbildes ein. Prominent sind die aktuellen Proteste gegen das Einkaufszentrum im osmanischen Stil am Taksim Platz. Odman entwickelt mit Walter Benjamin eine kritische Theorie des Stadtbildes und der Bilder des Türkischen, indem sie die Geschichte der Bilder aufdeckt. So erweist sich der als türkisch ausgewiesene osmanische Stil als ein Rückgriff auf den Historismus der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert, als auf einem Gelände eines armenischen Friedhofs eine Polizeikaserne im osmanischen und eigentlich von Spanien herstammenden maurischen Stil erbaut wurde.

Zu bedenken wäre bei dieser Wanderung des Maurischen als nationalisierten Stils, in wieweit er nicht gerade als ausgewiesen modern und als Anknüpfung an die Moderne nach 1900 verstanden wurde. Eduard Knoblauch und Friedrich August Stüler nehmen bekanntlich beim Bau der Neuen Synagoge an der Oranienburger Straße in den 1860er Jahren offenbar erstmals den maurischen Stil auf und vergrößern ihn im Maße der technischen Möglichkeiten durch den Einsatz technologischer Neuerungen wie den Gusseisensäulen und Eisenträgern. Die Neue Synagoge wird gleichzeitig in ihrer Größe zum Symbol für die Emanzipation der Juden in Berlin, an dem wegen seiner Größe allerdings Anstoß genommen wird. Die symbolhafte Emanzipation durch Stil und Größe erfährt dann in Istanbul mit einem Gebäude der Staatsmacht eine nationale Vereinnahmung.

 

Heute wird Istanbul nach Odman von einer „wilden Stadtentwicklung und –zerstörung“ heimgesucht, die sich mit „Benjaminisch dialektischen Bildern darstellen und verstehen“ lasse. Damit kommt bei Odman die Möglichkeit der Kritik mit den Schriften Walter Benjamins besonders zum Zuge. Die Kritik wird durch das Aufdecken der Konstruktion von Bildern und ihrer Geschichte möglich. Mit dem Beispiel des Engels in der Hagia Sofia erläuterte Odman das Verfahren in eine weitere Richtung. In der Hagia Sofia, die seit 1934 ein Museum ist, wurde 2009 bei Restaurierungsarbeiten das Gesicht des Engels Seraphin, das mit einer Eisenplatte seit osmanischer Zeit verdeckt, verschleiert worden war, entdeckt und offengelegt. Daraufhin begann in den türkischen Medien eine breite Diskussion, warum der Engel ein besorgtes Gesicht habe und kein freundliches.

Wird Benjamin in der Türkei aktuell vor allem als Möglichkeit der Kulturkritik rezipiert, so eröffnete der Übersetzer Ahmed Farouk für den arabischen Sprach- und Kulturraum mit seiner Übersetzung der Berliner Kindheit um Neunzehnhundert ein eher literarisches und vielleicht auch touristisches Interesse der arabischen Leser an Walter Benjamin. Benjamin lässt sich in gewisser Weise als Reiseführer und Pop eines versunkenen Berlin lesen. Das wissenschaftliche Interesse und ein universitärer Diskurs stehen für Farouk und die Leser im Arabischen offenbar weit weniger im Vordergrund. Er sprach vor allem von seiner Übersetzungsarbeit als „Verfeinerungsprozess“, um die Frage des Verstehens und die Gedächtnisräume literarisch im Arabischen zu bearbeiten. Die Benjamin-Rezeption als Pop macht das Bild Walter Benjamins zum Kühlschrankmagnet, wie in einer Buchhandlung in der Nähe des Taksim-Platzes, und Interieur eines Life-Styles. Pop kann politisch eingesetzt werden, muss es aber nicht.   

Sina Chegini hatte in der Nacht zum 19. September einen kurzen Vortrag in Englisch geschrieben und durch Facebook übermittelt, den die Dokumentarfilmerin Sabine Jainski verlas. Nach Cheginis Ausführungen wird Benjamin seit den 90er Jahren in Farsi übersetzt und erscheint als Bücher oder Essays. In jüngerer Zeit wurde dann die Frage der „messianischen Gewalt“ unter Studenten und Intellektuellen im Iran wichtiger. Und während der Studentenrevolten 2009 und ihren Forderungen nach Freiheit und Demokratie wurde Benjamin zu einem viel zitierten Autor. Interessanter Weise bietet Benjamin auch ein starkes Potential der Identifikation, wenn Chegini von „mine“ Benjamin schreibt.

Dr. Adelheid Hanke-Schäfer (Madrid) führte in die dritte Sektion, Lateinamerika, ein. Lateinamerika heißt dabei Argentinien, Brasilien und Mexico. Dr. Uwe Schnoor und Griselda Mársico aus Buenos Aires gaben in ihrem Vortrag Mit eigener Apostilla. Zu aktuellen Aspekten der Benjamin-Übersetzung und –Rezeption in Argentinien einen historischen Überblick. Die Benjamin-Rezeption ist in Argentinien eng mit der politischen Entwicklung des Landes selbst verknüpft. Seit 2002 gibt es eine „eminent politische Rezeption“ um die Frage der Erinnerung. Die Wahl des progressiven Peronisten Néstor Kirchner zum Präsidenten 2003 und 2007 seiner Ehefrau Christina Fernández de Kirchner zur Präsidentin führte beim Tod Kirchners dazu, dass das Seminar „Remembering Walter Benjamin: Justice, History and Truth. Writings on Memory” im Oktober 2010 kurzerhand zu einem Erinnerungssymposium an Kirchner umgewertet wurde.

 

Mit dem Begriff der Erinnerung  in ihrer historischen Funktion wird in Argentinien vor allem auf die Notwendigkeit der Erinnerung an die bislang kaum oder unzulänglich aufgearbeitete Militärdiktatur bis 1990 und ihre mehr als 30.000 Todesopfer appelliert. Erinnerung, Gerechtigkeit, Geschichte und Wahrheit bei Walter Benjamin werden entsprechend in Argentinien als politisch gelesen. Während medien- und kunsttheoretische Strömungen der Benjamin-Rezeption in Argentinien ebenfalls rezipiert wurden und werden, kann man nach Schnoor und Mársico doch vor allem festhalten, dass die Frage der Erinnerung in Argentinien eine spezifische genannt werden kann. Entgegen der staatlichen Verdrängungspraxis wird Walter Benjamin mit eigener Ermächtigung zum Vorstreiter einer Erinnerungskultur gemacht.

Das Symposium zeigte bei einer breiten Methodenvielfalt zwischen historisch-empirischen, philosophischen, politischen und sprach-, translationstheoretischen wie -praktischen Ansätzen, dass Walter Benjamin zwischen Pop und Politik in Ländern rezipiert wird, die bisher nicht im Fokus der Benjamin-Forschung standen. Die Aktualität der Benjamin-Lektüren ergibt sich jeweils aus den gesellschaftspolitischen Situationen, in denen gelesen wird. Die Diskussion von zwanghaften Modernisierungsprozessen durch ein politisches System oder einen globalen Prozess ebenso wie die Frage nach dem Menschen aktualisieren die Lektüre insbesondere in Ostasien. In Vorderasien wird die Benjamin-Lektüre von neuartigen Demokratisierungswünschen begleitet. Und in Lateinamerika wird Benjamin ebenfalls nicht dogmatisch gelesen, sondern als Vordenker zur Formulierung politischer Forderung.              

 

 

Torsten Flüh

 

PS: Alle Abbildungen von Ansichtskarten aus Berlin und der näheren Umgebung um 1900, die nicht als aus dem Walter Benjamin Archiv stammend gekennzeichnet sind, kommen aus der Sammlung Emma Barkow.

 

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[1] Anm.: Reemtsma bezog sich mit der „Privatsprache“ auch auf Ludwig Wittgenstein und seinen Tractatus Logicus (1921), in dem die „Umgangssprache“ gegenüber einer Privatsprache eine besondere Funktion einnimmt. Das Problem der „Umgangssprache“ wird mit deren Polysemantik formuliert. „3.323 In der Umgangssprache kommt es ungemein häufig vor, dass dasselbe Wort auf verschiedene Art und Weise bezeichnet - also verschiedene Symbolen angehört -, oder, dass zwei Wörter, die auf verschiedene Art und Weise bezeichnen, äußerlich in der gleichen Weise im Satz angewandt werden. So erscheint das Wort »ist« als Kopula, als Gleichheitszeichen und als Ausdruck der Existenz; »existieren« als intransitives Zeitwort wie »gehen«; »identisch« als Eigenschaftswort; wir reden von Etwas, aber auch davon, dass etwas geschieht. (Im Satze »Grün ist grün« - wo das erste Wort ein Personenname, das letzte ein Eigenschaftswort ist - haben diese Worte nicht einfach verschiedene Bedeutung, sondern es sind verschiedene Symbole.)“ Das Problem der Privatsprache wäre eine durchaus tiefgreifende Unsicherheit in der Semantik überhaupt. Der linguistic turn wäre bei Wittgenstein in der Philosophie nur möglich unter den Bedingungen „richtige(r) Zeichensprache(n)“ unter Ausschließung der Polysemantik. Wittgenstein formuliert das insbesondere mit dem Problem der Übersetzung: „3.343 Definitionen sind Regeln der Übersetzung von einer Sprache in eine andere. Jede richtige Zeichensprache muss sich in jede andere nach solchen Regeln übersetzen lassen: Dies ist, was sie alle gemeinsam haben.“ Doch genau diese Regelhaftigkeit macht bei Benjamin und in der Übersetzung größte Schwierigkeiten.

[2] Anm.: Entsprechend der Beschlüsse an der Universität Leipzig und der Praxis am Walter Benjamin Archiv wird das generische Femininum gebraucht. Angezeigt wird damit in der deutschen Sprache, dass es sich um Personen unbestimmten Geschlechts handelt. Die Unbestimmtheit des Geschlechts erlaubt mit dem generischen Femininum eine Diversität des Geschlechts, wie sie nicht zuletzt in Bundesstiftung Magnus Hirschfeld seit 2012 praktiziert wird. Siehe auch: Zu Magnus Hirschfelds Bilderatlas